Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 172)
- Language
- German
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49 Bi,t sich dahin verpflichtet, dass, wenn andere Ritter in Franken ihre Juden länger behielten, alsdann auch seine Juden noch länger wohnen bleiben dürften. Im Widerspruch damit sei ihm jetzt bei 100 Taler Strafe die Ausschaffung seiner Juden befohlen worden; das bedeute einen Eingriff in die alten Freiheiten seines Rittergutes, die beeinträchtigen zu lassen er und seine Brüder ohne Genehmigung ihres Lehensherrn überhaupt nicht befugt seien. Auch widerspreche solches Vorgehen des Rats jeglicher Ordnung der goldenen Bulle und allen anderen römisch-kaiserlichen Bestimmungen. Trotz alledem bittet er um einen Termin zu freundschaftlicher Auseinandersetzung. Dieser Protest war, wie wir aus einem späteren Schriftstücke des Rats vom Jahre 1580 ersehen, rein prinzipiellen Charakters; für den vorliegenden Fall hatte er keine praktische Bedeutung. Denn anfangs 1562 verlässt Jakob das Diemar'sche Gut in Gochsheim, wie uns die oben erwähnte Korrespondenz Fritzens von Thüngen mit Hartlaub belehrt (S. 38, Note). Trotz der Einigung mit Bibra und Schaumberg und trotz der mangelnden Vermerke in dem Protokoll des Reichskammergerichts ist der Prozess noch immer nicht zu Ende. Die beklagten fünf Juden sind zur Zahlung der Pön noch nicht verurteilt. Nach dieser Seite hin scheint aber der Prozess, wie so viele Prozesse dieses Gerichts, einfach eingeschlafen zu sein. Aus einem Instruktionsschriftstück des Rats an seinen Advokaten vom Jahre 1570, auf dem der Advokat bemerkt, dass er seine Bedenken gegen den vom Rat vorgeschlagenen prozessualen Weg diesem mitgeteilt habe, geht hervor, dass die Pön von den Juden noch immer nicht bezahlt ist. Allerdings befinden sich die Juden nicht mehr in Gochsheim. Von Josell, Morchen, Beyfuss wisse man nicht, wohin sie verzogen seien; auch sei von ihnen als armen Leuten kaum etwas zu haben. Hingegen hielten sich Jakob und Abraham, die auch am längsten in Gochsheim verblieben seien, andern Endes in der Nähe von Schweinfurt auf. Sie hätten auch die Mittel, die Pön zu bezahlen. Allein der Advokat konnte die Vorschläge des Rats, der mit denselben rascher zum Ziele gelangen wollte, nicht billigen. Ausserdem waren für den Rat unterdessen neue Schmerzen bezüglich der Juden in Gochsheini erwachsen. Die Schaumberger haben 4