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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 160

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 160)
Language
German
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auf ihren Gütern zu wohnen und die gegen das Ansinnen des Kats von Schweinfurt, die Juden auszutreiben, den heftigsten Widerstand geltend machten 1). Daraus entstanden Fehden und schliesslich ein viele Jahre sich hinziehender Prozess am Reichskam־ mergericht zu Speyer, den der Rat sowohl gegen die Juden als gegen die Adelsgeschlechter anhängig machte. Die Akten in dieser Angelegenheit vermögen uns ein ziemlich deutliches Bild der Vorgänge zu geben. Der Widerstand der Adelsgeschlechter scheint unmittelbar nach dem Bekanntwerden des kaiserlichen Privilegs eingesetzt zu haben. Aus dem schon oben erwähnten Schreiben des Kur fürsten an den Rat (vgl. oben S. 31 und Anhang No. V.) vom 31. Januar 1556 geht hervor, dass der Rat in einem Schreiben vom 23. Januar den Kurfürsten um Rat und Unterstützung in Sachen des ״ Judenprivilegs angegangen und dass der Kurfürst die Weisung erteilt hat, das Privileg ins Werk zu setzen und in Uebung zu bringen. Die dort für den 26. März 1556 in Aussicht genommene gütliehe Verhandlung mit dem von Bibra, zu welcher der Kurfürst seine Hilfe durch die in Aussicht gestellte Abordnung eines seiner Räte zusagt, wie er überhaupt der Sache jede Förderung angedeihen lassen will, bezieht sich sicher auf die Juden, da wir später den Namen von Bibra als einen der Beklagten Schweinfurts bei dem Reichskammergerichtsprozess finden und in dem obigen Schreiben des Gochsheimer Bürgermeisters Jörg Diemar, der Gatte der Katharina von Bibra, direkt bezichtigt wird. Von den später noch wiederholt mit Namen zu nennenden Juden zu Gochsheim interessieren uns zunächt am meisten Jakob und Abraham; es sind dies der Schwiegersohn und Sohn des aus Schweinfurt ferngehaltenen Samuel, wie dies aus einem Brief Hartlaubs an den Kurfürsten vom 5. September 1561 deutlieh hervorgeht2). Jakob hat sich auf dem in Gochsheim gelegenen Lehensgut des Junkers Jörgen Diemar, Amtmann zu Rhaueneck, niedergelassen. Seine Identifizierung ergibt sich auch daraus, dass J) Durch diesen jetzt aktenmässig erwiesenen Widerstand der Adels־ geschlechter gegen die Austreibung der Juden berichtigt sich das bei S. Stein a. a. O. S. 37 als Vermutung Ausgesprochene. 2) Dieser Brief befindet sich mit noch einigen Aktenstücken in den im Schweinfurter Archiv verwahrten »Vogteiakten“.

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