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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 159

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 159)
Language
German
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36 Grund des erwirkten kaiserlichen Privilegs einen vollen Erfolg zu verzeichnen hatte. Der Bürgermeister und die Gemeinde zu Gochsheim heklagen sich beim Kurfürsten von der Pfalz in einem Schreiben vom Mittwoch nach Matthiae 1556, dass sich Juden auf den adeligen Lehensgütern des Herrn von Schaumberg und des Jörgen Diemar befinden, und bitten um ihre Ausschaffung. In diesem Schreiben spricht der Bürgermeister und die Gemeinde von der früheren Absicht, die Juden auszutreiben, was aber ״durch der Juden unbegründetes Vorgehen“ gehindert worden sei. Der Grund der damaligen Absicht war 1) ״die verfluchte Ergerung an unserer heiligen, wahren, christlichen Religion“, da die Synagoge in der Nähe der Pfarrkirche liegt, 2) der schädliehe Wucher, den die Juden besonders bei jungen Leuten mit listigen Worten trieben. Sie hätten damals den Kurfürsten gebeten, dass er dahin wirken möge, dass die Reichen den Armen vorstrecken sollten, um ihre Schulden an die Juden bezahlen zu können, damit man der Juden ledig werde. Daraus sei aber nichts geworden! Sie berichten dann weiter, dass vor 4 Jahren, also 1552, die Bürger zu Gochsheim bei 10 Gulden Strafe sich verpflichtet hätten, kein Haus mehr an Juden zu verkaufen. Den Erfolg dieser Massnahme zerstörten aber jetzt die Adeligen, wie schon oben erwähnt ist. Da nun die Stadt Schweinfurt ein auch Gochsheim einschliessendes Privileg vom Kaiser erhalten hätte, demzufolge die Juden weichen müssten, so bitten sie den Kurfürsten dringend, ihre Juden auszuschaffen. Wir finden also hier den Anspruch Gochsheims, im Hinblick auf das Privileg vom Jahre 1555, das Schicksal seiner Juden mit dem der Juden in Schweinfurt zu verknüpfen. Das Privilegium Karls V. vom 3. September 1555 (vgl. oben S. 27) schliesst in der Tat die Gochsheimer Juden in das Schicksal Samuels und seiner Familie mit ein. Wie die Schweinfurter Juden nach dem Privileg ferngehalten und am Bauen gehindert werden sollen, so sollen die Juden in der Vogtei ausgetrieben werden. Indessen lag hier die Sache für den Rat von Schweinfurt doch nicht so einfach. In Gochsheim war eine Reihe von Adelsgeschlechtern ansässig, die den Juden erlaubten,

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