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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 158

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 158)
Language
German
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IRI
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35 Sachen der Gochsheimer Juden seine Ansicht zu erkennen geben. Die Antwort des Kats vom 19. März 1548 ist eine vorläufige. Das erste Schreiben des Kurfürsten habe er nicht erhalten; die Sache verhalte sich anders, als die Juden zu Gochsheim es in ihrer Supplikation an den Kurfürsten geschildert hätten; das bald erfolgende Schreiben des Kats werde die Aufklärung geben* Dieses letztere vom 2. April 1548 führt Folgendes aus. Alle Einwohner von Gochsheim, Christen und Juden, stehen in des heiligen Keichs und der Vogtei Obrigkeit und mithin in gleichem Schutz und Schirm, unangesehen ihrer sonstigen Lehenspflicht. Das Schutzgeld der Juden nebst einigen Gefällen in der Stadt und in der Vogtei wurden bisher benützt, um die Untervögte zu besolden; der Kest wurde dann immer dem Schutzherrn ausgeliefert und so solle es auch dem Kurfürsten gegenüber gehalten werden. Dem Bürgermeister und der Gemeinde zu Gochsheim habe der Rat das kaiserliche Mandat und kurfürstliche Schreiben übermittelt; dieselben seien bereits durch die ״hefftige und trutzige schrifft Josels Juden“ unterrichtet gewesen. Der Rat plädiert, dass der Kurfürst einen der Gemeinde zu Gochsheim günstigen Standpunkt in der Sache einnehmen möge. Denn erstens würde der Kurfürst ermessen können, ,Wan es (sc. der Juden Gesuch) seinen fürgangk haben sollt, zu wass pracht vnd vbernemen es denn Juden gereichen wurde.“ Also man darf den Juden den Triumph nicht gönnen, dass es ihnen gelingt, ein schreiendes Unrecht von sich abzuwehren I Dann hätten die Leute von Gochsheim, aber auch Schweinfurter Bürger angezeigt, dass sie durch der Juden heimliches Hausieren Schaden erlitten hätten. Auch entständen durch der Juden Geschäfte oft Zank und Hader und davon hätte der Rat Mühe und Arbeit; durch die durch Claussen Ruessen geübte Fehde (die also offenbar mit den Juden zusammenhing) seien der Stadt auch Ausgabeu erwachsen. Endlich sind die Juden auch ״ christlich er Religion ergerlich.“ x\us den Reiehskammergerichts-Akten, die im Schweinfurter Archiv verwahrt werden, ersehen wir, dass trotz des Schreibens des Rats an den Kurfürsten Rabbi Josels Intervention auf

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