Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 148)
- Language
- German
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25 die von der mittelalterlichen unfreundlichen Gesinnung gegen die Juden zeugen, zu reden, dürfte sich erübrigen. Das Schriftstück ist im Namen des Bürgermeisters, des Bats und der ״Gemayn“ unterschrieben. Diesem Schreiben vom 10. August sendet der Bat ein zweites am 15. August nach; dasselbe ist von wesentlich gleichem Inhalt wie das erste, enthält aber dennoch einige weitere Ausführungen. Es erklärt die Aufnahme der Juden als ״der heyligen waren christlichen Beligion vnd Gottes lob verhintterlich vnd ergerlich“. Es betont, dass die Bürger in Schulden geraten seien und dadurch für die Juden arbeiten müssten, so dass selbst die Staats- und Beichssteuern darunter gelitten hätten; auch hätte der Bat täglich mit ״verhelffung“ zu tun gehabt. Aber das würde sich noch steigern, wenn man sie wieder einkommen liesse, abgesehen von allem anderen Nachteil, Schaden und Beschwerung, die noch daraus entstehen könnten (die der Bat aber nicht nennt). Das sophistische Moment, dass der Vertrag nur für die nun verbrannte Stadt gegolten habe, wird nochmals wiederholt und, während es im ersten Gesuch in einer schüchternen Parenthese stand, nunmehr ernstlich betont. Die frühere Bitte wird, auf diese neuen Momente gestützt, nochmals dringend wiederholt. Warum der Bat am 15. August 1555 nochmals an den König berichtet, nachdem er doch bereits am 10. August geantwortet hatte, ist aus dem Brief vom 15. August an Ilartlaub ersichtlich. Unterdessen war vom Kurfürsten die sehnlichst erhoffte Weisung bezüglich des Charakters der dem König zu gebenden Antwort und des Vorgehens überhaupt eingetroffen. Es war ja auch nicht der im Schreiben vom 10. August angegebene Umstand der Grund der Verzögerung der Gegenäusserung an den König, sondern die erwartete, aber lange ausgebliebene Direktive des Kurfürsten. Die Eingabe an den Kaiser Karl V. vom 15. August 1555 berichtet in Kürze dem Kaiser von der Tatsache des Gesuchs der Juden, sie wieder aufzunehmen und bauen zu lassen, von dem Befehl, den der König Ferdinand dem Bat übermittelt hat, spricht die Bitte um einen dem Kat günstigen, die Juden abweisenden Bescheid aus und verweist im übrigen auf die in Abschrift beigelegte Eingabe an den König.