Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 145)
- Language
- German
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22 das ohne allen Zweifel ״furderlick“ geschehen. [Demgemäss bittet der Rat den Kurfürsten, wenn seine Weisung hinsichtlich des ersten königlichen Befehls den Räten in Augsburg noch nicht zugegangen sein sollte, dieselbe nunmehr beschleunigen und zugleich angeben zu wollen, was jetzt nach Eingang des verschärften Befehls zu tun sei, ״damitt der Juden schedtlich, beschwerlich vnd vbermuttig Vorhaben ja nitt furgang gewinne״. Am selben Tag schreibt der Rat auch direkt den kurfürstliehen Räten in Augsburg, schickt ihnen die Abschrift des königlichen Reskripts ein und die Antwort, die er darauf geben will — er ist also jetzt auch zu eigener direkter Antwort bereit! —, teilt mit, dass er den Kurfürsten bereits von allem in Kenntnis gesetzt habe, ihnen aber trotzdem schreibe, ״damitt der Juden arglistigen geschwindigkeitt halben hier Innen nichts versehen oder versaumbtt werde“, und bittet die Räte, ihm doch die zweifelsohne unterdessen eingetroffene Weisung mitteilen zu wollen und allen Fleiss zu verwenden, damit die Sache im Sinne des Rats ihre Erledigung finde. Das am 7. August 1555 an Hartlaub nach Augsburg gesandte Schreiben des Rats berichtet betreffs unserer Angelegenheit über die bereits bekannten Tatsachen und über die erfolgten Schreiben an den Kurfürsten und seine Räte, betont, dass er auch, wie Hartlaub geraten, an ״vnseren günstigen Hern“, den kaiserlichen Kommissär in Augsburg, schreiben werde. Auch ein Doctor Guntter Bock scheint nach einem durch den Bürgermeister der befreundeten Stadt Rothenburg angelangten Schreiben sich für den Rat verwendet zu haben, was dieser mit der Bitte, den Dank zu übermittein, Hartlaub berichtet. Ganz besonders wird noch die Einmütigkeit des Rats in dieser Sache betont und ihre glückliche Durchführung ״gottes gnaden vnd fromer leudt hilff vnd rathe“ überantwortet und empfohlen. Die im Schreiben an die kurfürstlichen Räte in Aussicht genommene Antwort an den König Ferdinand geht am 10. August ab, ein weiteres Schreiben an den König und der gleichfalls empfohlene Brief an den kaiserlichen Kommissär D r. Felix H 0 rn u n g, den kaiserlichen Rat und Residenten im Fürstentum Lützelburg, werden am 15. August 1555 abgesandt, ferner auch ein Brief an Hermann Hartlaub. Es ist aus diesem Brief ersichtlich, dass der Kurfürst