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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 127

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 127)
Language
German
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4 Sache die von den Markgräflichen Soldaten, zum teil auch von den Bürgern der Stadt übel behandelte Bevölkerung der umliegenden Dörfer. Neun Tage währte der Brand und die Pltinderung. Von Schweinfurts Häusern und seinem beweglichen Hab und Gut blieb so gut wie nichts übrig; von seinen Bürgern waren infolge von Krankheiten und Seuchen kaum mehr als ein Siebentel gegen die Zeit vor der Zerstörung vorhanden. Trotz allen Unglücks war der Mut der Schweinfurter Biir־ gerschaft doch nicht gebrochen. Es ist das Verdienst des kurfürstlichen Untervogts in Schweinfurt, des Ratsherrn Hermann Hartlaub, den wir nachher als energischen Anwalt der Sache seiner Stadt im Jahre 1555 in Augsburg, dem Sitz des Reichs־ tags, antreffen, dass Schweinfurt sich bald wieder aus den Trümmern erhob. Schon 1555 wurden die ersten Häuser wieder erbaut, auch die Kirche einigermassen wiederhergestellt und in derselben die Ratsversammlungen auf Hartlaubs Betreiben abgehalten. Traurig genug mochte es freilich in Schweinfurt aussehen; wir schliessen dies aus einem Brief Hartlaubs an den Rat vom 10. September 1555 ab Augsburg, in dem er zum Schluss schreibt: ״Vnd ist ann e. Erb. R. mein freuntliches dinstliches ״bidtenn (.geschehenem vertröste nach.) daraufe bedacht zu *seyn, wuhn ich denn windter inn ein stublein kundt kumen, ״dan es ist mir nicht muglich (vrsache meyner für einem ״iar erlittener kranckheytt halb.en) den windter in dem steine ״hauffen zu sitzenn.“ Den gleichen Wunsch wie die übrigen Bürger, ihre abgebrannten Häuser wieder aufzubauen, hatten nun auch die Juden, wenigstens der Teil von ihnen, mit denen unser Akt sich beschäftigt. Der Wortführer derselben, das Haupt einer grösseren Familie, nach dem auch der ganze Akt sich nennt, ist Schmul Jud oder Samuel Jud1). Derselbe petitioniert stets auch im Namen seines Sohnes Abraham und seiner Schwiegersöhne Jakob *) Samuels Namen wird in den wenigen Akten, die aus der Zeit vor dem Stadtverderben herrühren, einmal erwähnt in einer Art Budget-Aufstellung, die bis zum Jahre 1540 reicht und in der sein ״Ungeld“ (d. i. eine Steuer vom Kleinverkehr als Vorläufer der späteren Accise) auf 75 sh. angegeben wirct

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