Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 126)
- Language
- German
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3 Besonders wertvoll ist dabei die Tatsache, dass die Würzburger Akten neben einer kaiserlichen Urkunde in beglaubigter Abschrift und einer kurfürstlichen Originalurkunde uns einen Originalbrief und die Copie eines weiteren Briefes des um die Juden im Mittelalter und somit auch um die Gochsheimer Juden verdienten Babbi Josel aus Bossheim bringen. Zur teilweisen Ergänzung der Akten konnten in beiden Teilen der Arbeit auch die Bats- Protokolle herangezogen werden. Im ganzen lässt sich von den beiden Akten des Schweinfurter Archivs, die wir nunmehr im Einverständnis mit dem derzeitigen Verwalter nach den zwei Teilen dieser Arbeit streng auseinandergeschieden und geordnet haben — auch der Reichskammcrgerichtsakt enthielt Teile, die in den anderen Akt gehörten!—, sagen, dass sie für die Gesamtlokalgeschichte Sehweinfurts eine willkommene Ergänzung bilden, die Originalurkunden-Sammlung der Stadt bereichern, für die Geschichte der Juden in Schweinfurt und Gochsheim und die Geschichte der Juden im Mittelalter überhaupt, besonders in Verbindung mit den sie ergänzenden auswärtigen Akten, ein immerhin nicht geringes Interesse bieten, dass ihnen auch als kulturellen Monumenten ein gewisser Wert nicht abgesprochen werden kann. I. Das Ende der jüdischen Gemeinde zu Schweinfurt im Mittelalter. Der Markgräflerkrieg der Jahre 1552—1551 bildet für die Reichsstadt Schweinfurt das traurigste Ereignis ihrer an Wechselfällen reichen Geschichte 1). Der kriegslustige Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Culmbach wählte sich im Kampfe gegen seine zahlreichen Gegner Schweinfurt als Stützpunkt, überrumpelte es im Mai 1553 und hielt es bis zum 12. Juni 1554 abends 10 Uhr besetzt. Die nach dem Abzug des Markgrafen am 13. Juni 1554 in Schweinfurt eiuziehenden verbündeten Heere der fränkischen Bundesstände Würzburg, Bamberg, Nürnberg und des Herzogs von Braunschweig plünderten und verbrannten die Stadt. In der Plünderung der Stadt machte mit den wilden Landsknechten gemeinsame נ) Die hier gegebene Darstellung beruht auf Fr. Stein. ״Geschichte Frankens“ und desselben Verfassers ״Geschichte der Reichsstadt Schweinfurt‘.,