Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1906-01-01 · IV. 1906 - 5667 (1906) · page 125

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
IV. 1906 - 5667 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 125)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3486266-3486273--1251-3487613
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

zu diesem I. Teil der Arbeit mag die Darlegung der finanziellen Auseinandersetzung der Juden und des Rats von Schweinfurt gelten; auch diese Angelegenheit zog sich zunächst vier Jahre hin und beschäftigte die Oberinstanzen, ohne dass die Juden ihr Recht gefunden hätten. Ausser den auf die Austreibung der Juden aus Schweinfurt und die finanzielle Auseinandersetzung bezüglichen Stücken enthält dieser Akt einige Blätter, die sich auf die Austreibung der Juden aus Gochsheim beziehen und auf einen Prozess am Reichskammergericht in Speyer hindeuten. Das führte dazu, die Akten dieses Gerichts zu requirieren und auch die hier in Schweinfurt verwahrten Reichkammergerichtsakten einzusehen. Die Akten des einschlägigen Prozesses sind 1852 von Wetzlar an Bayern hinausgegeben worden und liegen nunmehr in Landshut; sie sind dürftig und zum teil schwer beschädigt. Indessen alle diese Akten zusammen geben uns ein klares Bild von diesem Prozesse; es geht aus ihnen hervor, dass der Rat die Juden nicht nur aus Schweinfurt zu vertreiben beflissen war, sondern auch aus den Vogteidörfern, vor allem aus Gochsheim, sie zu entfernen sich alle Mühe gab; dadurch wird uns die bei Fr. Stein, Monumenta etc. S. 537/538 als Regest mitgeteilte Urkunde des Kaisers Ferdinand I. vom 20. April 1559 erklärlich, die im wesentlichen nur eine Erklärung des Wortes ״Vogteidörfer“ in der Urkunde seines kaiserlichen Bruders gibt. Noch während dieses, wie alle Reichskammergerichtsprozesse, sich auf viele Jahre ohne rechten Abschluss hinziehenden Prozesses gibt Schweinfurt seine Vogteirechte über Gochsheim und Sennfeld an das bischöfliche Hochstift in Würzburg ab. Es war darum notwendig, die weitere Entwickelung der Angelegenheit aus den Akten des königlichen Kreisarchivs*), bezw. des bischöfliehen Hochstifts in Würzburg kennen zu lernen. Die dortigen Akten verlegen aber den Beginn der Streitigkeiten in einen viel früheren Zeitpunkt. Wir erhalten dadurch im zweiten Teil unserer Arbeit die Geschichte der Juden in Gochsheim in der Zeit von 1548—1581. 1) Es sind dies die Akten No. 14 (I) ״Reichstadt Schweinfurt, die Beschwerden der Juden in Gochsheim wegen Schliessung ihrer Synagoge“, 1548—1960 und ״Hochstiftl. Geheimkanzleiakten“ Lehen 4939 Fasz. 158•

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.