Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IV. 1906 - 5667 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 124)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Juden in Schweinfurt und dem Vogteidorf Gochsheim im XVI. Jahrhundert. Eine aktenmässige Darstellung von Distrikts׳Rabbiner Dr. Salomon Stein in Schweinfurt. Die vorliegende Arbeit ist angeregt worden und beruht in ihrem ersten Teil fast ausschliesslich auf einem im Stadtarchiv zu Schweinfurt befindlichen, bisher durch eine mangelhafte Bezeichn nung verborgen gebliebenen Aktenmaterial, das der derzeitige Verwalter des städtischen Archivs Herr kgl. Pfarrer Dr. Pr eg er entdeckt hat. Der erwähnte Akt (I, Akt 4) behandelt im wesentlichen die Geschichte der Austreibung, besser gesagt, der Fernhaltung der vor dem Stadtverderben des Jahres 1554 hier wohnhaften Juden; er zeigt die energischen Anstrengungen derselben, sich ihr gutes Recht zu erkämpfen, gleich den übrigen abgebrannten Bürgern ihre Häuser wieder aufbauen und sich ansiedeln zu dürfen, und die nicht minder energischen Gegenanstrengungen des Rats von Schweinfurt, dieses Ansinnen zu hintertreiben. Die Angelegenheit beschäftigt alle Instanzen bis zum Kurfürsten und Kaiser. Der Akt setzt sich zusammen aus zwei königlichen und zwei kurfürstlichen Original-Urkunden, aus Originalen und Copien von Eingaben und Gegeneingaben,, aus Originalbriefen und Originalprotokollen; besonderes Interesse erweckt neben den bisher unbekannten königlichen Urkunden, die Friedrich Steins Monumenta Suinfurtensia Historica somit ergänzen, vor allem der in dem Akt enthaltene Judenschutzbrief, ein Dokument von kulturgeschichtlichem Wert. Wie die nachfolgende Darstellung zeigen wird, ist dieser Teil des Akts geeignet, uns die Entstehungsgeschickte des bisher schon bekannten, aber eigentlich doch recht merkwürdigen Dekrets des Kaisers Karl V. vom 3. September 1555 erkennen zu lassen. Gewissermassen als Anhang 1