Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 373)
- Language
- German
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310 Menachoth 37a: א״לד אבא לרב אשי ואימא ידך שבכה א״ל מי כתיב בחי״ת. R. Abba meint, man könne doch auch יד כה =’ ידכה, alsö die rechte Hand, deuten, was R. Aschi zurückweist, da es nicht mit ה geschrieben sei. R. Abba war aber ein Palästinenser, dem die Verwechslung des ח mit ה nahelag, während dem Babylonier R. Aschi eine solche Deutung wegen des Unterschiedes der Ausspräche dieser beiden Buchstaben fern lag. Dass diese beiden Laute in Palästina gleich oder annähernd gleich ausgesprochen wurden, und zwar noch im 5. Jahrhundert, ist also bezeugt. Wie lange sich eine solch gleichartige Aussprache erhalten hat, lässt sich nicht bestimmen; es ist also gar nicht so unmöglich, dass in Kalirs Heimatgegend, mag er auch erst dem 9. Jahrhundert angehören, diese gleichartige Aussprache zu seiner Zeit noch gang und gäbe war, und so würde die Tatsache, dass er ה und ה als gleichlauteude Buchstaben für den Reim verwendet hat, als Beweis für die Richtigkeit der alten Annahme, er sei ein Palästinenser gewesen, gelten können. Was spricht nun gegen diese Annahme? Warum ist zwischen Rappoport und Luzzatto in dem Punkt Uebereinstimmung, dass er kein Palästinenser gewesen sei? Als Palästinenser habe er keine Ursache gehabt, Pijutim für den exilischen zweiten Feiertag, den man in Palästina nicht kennt, zu verfassen, und doch existieren von ihm Keroboth für den zweiten Tag Pesach und den zweiten Tag Sukkoth. Dieses Argument widerlegt nun Schor in schlagender Weise. Zuerst verweist er auf צליח, der sich dahin ausspricht, dass die Keroboth für die ersten beide Tage סכות ursprünglich für den ersten Tag gedichtet waren, und zwar nicht in der Absicht, dass beide gleichzeitig recitiert werden sollten, sondern dass .אימתי,אקהד, die vorwiegend von dem Feststrausse handeln, am ersten Tage, wenn er auf einen Wochentag, die Pijutim ארחץ ,אילים, die die Sukkahpflicht behandeln, aber gesagt werden sollten, wenn er auf einen Sabbath fällt. In ähnlicher Weise erklärt nun auch Schor selbst die Frage, wieso Kalir Pijutim für den zweiten Tag Pesach gedichtet habe; auch sie seien ursprünglich ,für den ersten Tag bestimmt gewesen, man habe sie später aber auf den zweiten Tag verlegt, weil der erste durch die ברכת הטל im Mussaph schon reich bedacht war; zudem passe derPijut auch auf den zur Vorlesung kommenden Abschnitt שור או כשב. Man hätte gewiss am