Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 331)
- Language
- German
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anderen Aemter wurden aus Ersparnisrücksichten — siekosteten jährlich viele Hunderttausende — vermindert. Am 26. Ijar wurden im Aufträge der Kaiserin die Aeltesten, Gemeindeältesten und Vorsteher der Gemeinde ernannt; ein Mitglied der Deputation und der Kaiserrichter mit ihren Sekretären kamen in die Judenstadt, um den Ernannten den Eid abzunehmen, ihr Amt redlich zu verwalten und nach bestem Gewissen Recht zu sprechen. Gegen ihr Urteil konnte bei der Appellation, gegen letztere bei der Kaiserin (?) Berufung eingelegt werden. Unter den Erwählten war R. Salman Koref nicht, trotzdem er während der ganzen Zeit der Verbannung allein die Exulanten geleitet und sich um sie wie um die Kranken im Lazarett grosse Verdienste erworben hatte, weil er sich durch die unbefugte Einmischung in Steuerangelegenheiten bei den Behörden missliebig gemacht hatte und ihm einzelne Juden nachsagten, er trage Schuld an den unerschwinglich hohen Steuern. Um diese Zeit wurden auch die Mönche vom Gallikloster neben dem. Tandelmarkt bei der Deputation vorstellig, man möge das Gitter, das die Kirche vom Tandelmarkt trenne, wie es auf Befehl Karls VI. hergestellt, während der französischen Okkupation aber zerstört worden war, wieder errichten, damit die Juden nicht in die unmittelbare Nähe der Kirche kämen; die Gemeindevorsteher baten hingegen, man möge das Gitter, das für gewöhnlich das Gedränge am Tandelmarkt noch vermehren und im Falle eines Feuers oder eines Lärms sehr gefährlich sein würde, nicht errichten lassen. Im Ellul 5509befahl die Kaiserin, das Gitter 3 Ellen vom Tandelmarkt entfernt zu errichten, damit zwischen dem Gitter und dem Tandelmarkt ein Weg frei bleibe1 2). Am ersten Tage des Laubhüttenfestes 5510 3)um 10 Uhr vormittags fielen zweiHäuser in der Nähe der Pinkassynagoge ein, wodurch auch die angrenzenden Häuser in Mitleidenschaft gezogen wurden; 1) August—September 1749. 2) Intimatum, dass Ihro k. k. Majestät statt der angetragenen Mauer einen hölzernen Gatter vor dem Jüdischen Tandelmarkh zu errichten be״ gnehmiget hat. 9. September 1749 (Repertorium No. 390). ) 27. September 1749.