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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1905-01-01 · III. 1905 - 5666 (1905) · page 322

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
III. 1905 - 5666 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 322)
Language
German
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IRI
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259 beiden Delegierten zur Aufnahme eines Darlehens von 7000, fl. zu Gemeindezwecken. Zu dieser Zeit herrschte in der Judenstadt eine trostlose Verwüstung; die Häuser waren sämmtlich in Steinhaufen verwandelt; die Dachbalken wie auch die Holzbestandteile der Treppen und der Pfosten waren verschwunden. Am ärgsten hatte man in der Altschul, die wie schon ihr Name besagt, mehrere hundert Jahre alt ist, gewütet; hier hatte man alle Eisengitter der Fenster, die Marmorsteine rings um den Almemor, die Stufen zur heiligen Lade, die Türen der heiligen Lade, die vergoldeten Zierrate derselben, die Betpulte der Synagogenbesucher mit den darin befindlichen Büchern geraubt, den Almemor gänzlich zerstört. Das steinerne Dach entging der Zerstörung nur durch den Umstand, dass keine Treppe hinaufführte. Die zum Schutze der Judenstadt aufgestellten Wachen hatten sich schlecht bewährt, in der ganzen Judenstadt waren Türen, Pfosten und Fenster geraubt, ja eines geringfügigen Stückchens Eisen halber waren teuere und wertvolle Bauten zerstört worden. Den anderen Synagogen war es nicht viel besser ergangen als der Altschul; in der Altneuschul wurden alle Bücher, die die Juden vor der Auswanderung dort verborgen hatten, geraubt, die Eisenstangen des Almemors an der Nord- und Westseite ausgebrochen, die eisernen Türen der heiligen Lade und der Eingänge gestohlen worden. In allen Häusern der Judenstadt hat man kein Lot Eisen zurückgelassen. Die Baulichkeiten der Synagogen und der meisten Häuser blieben wohl erhalten, doch waren viele durch die Be- Schädigungen der Räuber das Opfer des Regens und Wetters geworden uud eingestürzt1). Am 16. Ab2) kam Bericht von den Wiener Abgesandten, dass die Kommission beschlossen habe, die Prager Judenschaft hätte zu den von der böhmisch-mährischschlesischen Judenschaft jährlich aufzubringenden 800 000 fl. in den ersten 5 Jahren jährlich 96000 fl., in den letzten 5 Jahren jährlich 86000 fl. beizutragen. R. Salman Koref und Israel Frenkels hatten Abraham Duschenes und Abraham 1) Die Prager Juden sagen darüber: ״wo de notorio fast kein Nagel an der Wand und kein Blei an den Fenstern geblieben, ja die aufgestellte Wache hätte selbst nichts geschont“. Wolf a. a. O. S. 216• 2) 11. August 1748.

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