Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 320)
- Language
- German
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257 die ausgewiesenen Juden einzusetzen, und versicherte sie der höchsten Dankbarkeit der Juden, die alles mögliche tim würden, wenn sie nur ihr trockenes Brod verdienen. Am Sabbath Chukkath befahl der Landesoberrabbiner Isak, der Sohn des R. Michel Spira, gemeinsam mit den Thoragelehrten, in allen Synagogen in Brandeis zu verkünden, dass alle Prager Exulanten am nächsten Tage frühmorgens sich in den Synagogen versammeln und Psalmen und Bussgebete rezitieren sollten, damit die Kaiserin ihnen ihre Gunst zuwende und die Wiederan- Siedlung in Prag gestatte. Am 11. Tammus 5508 נ) zwei Stunden nach Mitternacht kam eine Stafette von den Wiener und den in Wien sich aufhaltenden Prager Gemeindevorstehern nach Brandeis an R. Simon Wedeies mit der Freudenbotschaft, die Kaiserin habe eingewilligt, die Juden in Böhmen und Mähren 20 Jahre lang zu dulden und auch den Pragern für 10 Jahre die Wiederansiedlung in Prag zu gestatten unter Beibehaltung aller ihrer Rechte und Privilegien Mit der nächsten Post sollte ausführlicher Bericht folgen. Der Jubel unter den Juden war unbeschreiblich, einer weckte den andern, um ihm die Freudenbotschaft mitzuteilen und jeder schickte Boten an seine Freunde in der Umgebung. Am 13. Tammus kam ein ausführlicher Bericht von Wien, in dem die durch Stafette geschickte Botschaft bestätigt und mitgeteilt wurde, die Prager Exulanten sollten einige Abgesandte aus wählen, nach Wien schicken und sie bevollmächtigen, bezüglich der Steuern für sie in Verhandlungen zu treten. An demeslben Tage schickte Graf Philipp Kolowrat ein Dekret an R. Salman Koref, dass er an demselben Tage Nachricht von dem Beschlüsse der Kaiserin, die Juden wieder nach Prag einzulassen, erhalten habe und dass es notwendig sei, dass die Juden schnellstens Abgesandte nach Wien schickten, um bei den Verhandlungen über die Steuern und deren Aufteilung unter den Juden Prags, Böhmens, Mährens und Schlesiens rechtzeitig aufzutreten, denn wer früher komme, habe bessere Aussichten, und es könnte leicht sein, dass sie sonst noch mehr Steuern zahlen müssten als früher. An demselben Tage noch berief R. Salman Koref alle Prager Gemeindemitglieder zu sich und 0 7. Juli 1748. 17