Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 319)
- Language
- German
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256 jttdeüfreundlichem Sinne besprochen worden sein, indem man der vielen Nachteile dieser Massregel gedachte, insbesondere des Schadens, den die Prager erleiden, dann des Ausfalls an Steuern für die Kaiserin, des Entgangs der 1/45 des Landesbedürfnisses betragenden Beitragsquote an das Land, des Rückgangs der Zölle, des Salzertrages und der Abgaben von Lebensmitteln, vor allem aber des Darniederliegens des Handels und des Geldgeschäftes. Graf Haugwitz fragte die Versammlung auch, was nach ihrer Ansicht mit den in Böhmen lebenden Juden geschehen solle. Am 26. Weadar kehrte er nach Wien zurück, um über das Resultat der dreitägigen Versammlung zu berichten. Gäbe Gott, dass er auch der vertriebenen Juden zum Guten gedenke. Am Tage nach dem Pessachfeste 55081) wurden von deninBrandeis lebenden Prager Exulanten 500 fl. zu xVbgaben und Gemeindezwecken aufgebracht. Am Neumondstage des Monates Ijar־) reisten Graf Netolitzky, Herr von Wantschura, der Erzbischof, der Domherr Kneisel und die Bürgermeister der Alt- und Neustadt von Prag nach Wien, um persönlich die Antwort der Stände auf die Fragen des Grafen Haugwitz in Bezug auf die Landesangelegenheiten und auch die Judenausweisung zu überreichen. Wie verlautet, überreichten sie auch von den Ständen verfasste Schriften zu Gunsten der Juden, die alle Verdienste der Juden, soweit sie sich in den ständischen Büchern vorfanden, enthielten. Im Monate Juni kamen 37 000 Mann Moskowiter der Kaiserin zu Hilfe; die Kaiserin und ihr Gemahl zogen ihnen nach Olmütz entgegen; von Mähren aus zogen die Truppen nach Böhmen. Am lü. Siwan, das ist am 15. Juni, kamen die Abgesandten der Stände nach Prag zurück und berichteten in einer Versammlung in der Burg über die Antwort der Kaiserin und über ihre Forderungen, die höher waren, als sie Graf Haugwitz in ihrem Namen gestellt. Am 30. Juni kehrten die Abgesandten mit der neuerlichen Antwort der Stände wieder nach Wien zurück. R. Salman Koref bat die Abgesandten vor ihrer neuerlichen Abreise nach Wien inständigst, sich für 1) 2t. April 1746. 3) 29. April 1748.