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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1905-01-01 · III. 1905 - 5666 (1905) · page 295

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
III. 1905 - 5666 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 295)
Language
German
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232 rung1). Bamberger (1. c. S. 28) führt ein Gutachten von 1771 an, das R. Tewele an die Regierung über einen Unterrabbiner Isak Feist in Aschaffenburg erstattet. 1769 fand unter seinem Vorsitz ein Judenlandtag in Miltenberg und 1770 ein solcher inAschaff enburg statt, bei welchem auf Anregung des Rabbiners für das Obererzstift eine Organisation der Gemeinden zur Pflege des Talmudstudiums durch Kinder und Erwachsene geschaffen wurde (Bamberger 1. c. S. 30). Aus derselben Quelle (ibid. p. 39 ff.) ist auch zu ersehen, welch tiefen und schmerzlichen Eindruck das Hinscheiden des Rabbi bei den Einwohnern des Obererzstifts hervorrief. R. Tewele Scheuer war zweimal verheiratet. Seine erste Frau Bela, Tochter des R. Nathan Utiz, der in T e p 1 i t z und in Bamberg als Rabbiner fungierte (Eckstein 1. c. S. 170), starb 1767 in Bamberg. Diezweite Frau Sara Ester, Toehter des Vorstehers Maier Reinganum in Mannheim, deren Frömmigkeit im Mainzer Memorbuch rühmend hervorgehoben wird, starb 1778 in Mainz2). Drei Kinder entstammten diesen Ehen. Ein Sohn, Michael Scheuer, in Frankfurt geboren, war Rabbiner in Worms und Mannheim und starb 1809 in Karlsruhe3.) Über den zweiten Sohn, Abraham Naftali (Herz), wird unten ausführlich berichtet. Melche Sara Rachei, Tochter des R. Tewele, starb 1771 in Frankfurt a. M. als Gattin des Gabriel Oppenheim (Inschriften Nr. 3419) 4). Trotz bedeutender talmudischer Gelehrsamkeit war R. Tewele zu bescheiden, um die scharfsinnigen Ergebnisse seiner emsigen Forschungen durch Druck zu veröffentlichen; sie beflnden sich handschriftlich im Besitz der ihm durch Verwandtschaft nahe stehenden Familie Bondi in Mainz und enthalten Novel- 1) Schaab 1. c. S. 381; der Pericht kann jedoch nicht ins Jahr 1758 fallen, wie Schaab dort annimmt, da R. Tebele erst 1768 die Stelle in Mainz übernahm. -) Vgl. meine Kurpfalz p. 264 n. 3. 3) Näheres über ihn s. meine Kurfpalz S. 264; ergänzend sei hier bemerkt, dass R. Michael Scheuer zur Talmudausgabe (Wien 1791) eine Approbation erteilte. *) Zu R. Tewele Scheuer vgl. auch Horovitz 1. c. IV, 34; Eckstein 1. c. S. 173.

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