Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 279)
- Language
- German
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dieser Ausdruck dürfte heute nicht mehr allgemein verstanden werden, ausgenommen dort, wo das alte Jeschibaleben mit seinen Vorzügen und Mängeln weiter blüht. זמן wurde ein Semester genannt, weiches etwa von Anfang des Monates Ijjar bis gegen Ende Elul und von Anfang Cheschwan bis Ende Adar reichte. Die dazwischen liegende Zeit wurde בין הזמנים genannt. Es waren die Ferien, in denen die regelmässigen talmudischen Vorträge ausfielen, da die Rabbiner, die zugleich Schulvorsteher waren, durch Gemeindeangelegenheiten mehr als sonst in An- Spruch genommen waren. Diese Zeit des ,süssen Nichtstuns“ benützten die Talmudjünger, um für den kommenden זמן Schüler und Genossen anzuwerben und ihre Wohnungsverhältnisse zu regeln; alte Verbindungen wurden gelöst, neue angeknüpft. Nebenbei wurde diese Ferienzeit von manchen benützt, um dem sonst verpönten Kartenspiel zu fröhnen. Gegen diese Unsitte, die Zwischenzeiten — בין הזמנים — dem Müssiggang zu opfern, eifert R. Jesaja Hurwitz mit dem ganzen Aufgebot seiner feurigen Beredsamkeit und seines hohen Sittlichkeitsgefühls. Anmerkungen. *) Das gründliche und gross angelegte Werk: ״Geschichte des Er- Ziehungswesens von Güdemann ist in erster Linie zu nennen. 2J Taanith 21 b. 8) Von talmudischen Grössen, die während dieser Jahrhunderte in Bayern — Bayern in heutigem Sinne genommen, mit Ausnahme der Rheinpfalz — gewirkt haben, sind zu nennen: R. Samuel Babenberg, wie er nach seinem Heimatsorte Bamberg genannt wird, der noch der Tossafistenschule angehört und dessen halachische Entscheidungen von den deutschen Poskim angeführt werden. Weit berühmter ist sein Schüler, der durch sein tragisches Schicksal bekannte R. Meir aus Rothenburg. Er wurde?!1?בני הגו b רבן של genannt zu einer Zeit, da man mit diesem Titel noch sparsamer war. Viele unserer religiösen Gebräuche und Einrichtungen gehen auf ihn zurück. Er hat nacheinander das Rabbinat in Rothenburg a. d. Tauber, Augsburg, Würzbürg und Nürnberg bekleidet. R.'Mordechai b. Hillel, Schüler des Vorigen, der Verfasser des bekannten Werkes, das seinen Namen trägt, lebte in Nürnberg, wo er 1298 den Märtyrertod erlitt. R. Elieser Halevi, ראבי״ד׳ genannt, in Würzburg. Allen voran steht aber Regensburg, durch die stattliche Reihe Hlustrer Männer, die dort gelebt und gewirkt haben: R. Menachem b. Machir,