Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 278)
- Language
- German
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21S Ise gegenüber in Chulin 187b. Die offenbare Gereiztheit, die in diesen Worten liegt, wäre ganz unverständlich, wenn wir nicht annehmen würden, dass ebenfalls ein solcher Regensburger den Unwillen des Lehrers erregt hat. In beiden Fällen richtet der Schüler eine Anfrage an seinen Lehrer und, nachdem ihm Bescheid geworden, rückt er mit einem Beweismittel heraus, Mischna oder Baraitha, um diesen Bescheid anzugreifen. Da hätte er doch sogleich fragen sollen, ob seine Auffassung von der Mischna oder Baraitha der Halacha entspricht, statt sich zuerst quasi unwissend zu stellen und hintennach mit seinen Beweismitteln zu kommen. Diese Beispiele, die sich noch vermehren Hessen, zeigen immerhin, dass der Regensburger im Geiste des Talmuds seine Berechtigung hat. 17. Zum Schlüsse wollen wir noch einen anderen Ausdruck aus der Terminologie der Lernmethode früherer Zeiten erwähnen. Von älteren Talmudgelehrten konnte man früher häufig den Ausdruck ״Blosser“ hören. Bei gewissen auftauchenden Schwierigkeiten sagte man, hier ist ein ״Blosser.“ Dieses Wort hat mit dem deutschen ״bloss“ nichts zu tun. Es ist ein verdorbenes hebräisches Wort, entstanden aus בלא זה oder בלא זאת, und wird an der angeführten Stelle im של-ה neben Ausbrenger, Nürnberger und Regensburger ebenfalls erwähnt. Bei Fragen und Schlussfolgerungen im Talmud und in den Tossaphot wird häufig zuvor eine Prämisse aufgestellt und nachher eine Frage oder dergleichen daran geknüpft. Scheint es nun, dass diese Prämisse unnötig war, dass die Frage oder Schlussfolgerung auch ohne dieselbe, בלא זה, berechtigt gewesen wäre, so ist das ein ״Blosser“ und die Aufgabe war nachzuweisen, dass diese Prämisse notwendig war, um für die nachfolgende Frage eine feste, unanfechtbare Grundlage zu schaffen. 18. In seiner geharnischten Kampfesrede gegen die unfruchtbare und verkehrte Disputationsmethode seiner Zeit, wie sie an manchen Orten herrschte, wobei er, wie oben gezeigt wurde, den Nürnberger und Regensburger geradezu empfiehlt und nicht, wie Grätz meint, verdammt, erwähnt R. Jesaja Hurwitz, der Verfasser des שליה, mehrfach den Ausdruck בין הזמנים. Das Wort בין הזמנים soll nicht mehr gehört werden, denn alle זמנים sind gleich, so oder ähnlich lauten seine Worte wiederholt. Auch