Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 272)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3486266-3486271--1017-3487378- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
/ 209 einer Talmudstelle eine ähnliche Schwierigkeit auf, so sagte man auswärts, das ist ein ״Nürnberger“ und ebenso ist auch der terminus ״Regensburger“ entstanden. 8. Nach diesen einleitenden Worten wollen wir nunmehr versuchen, das Wesen eines ״Nürnberger“ oder ״Regensburger“ zu erklären. Es ist nicht leicht, aus den vorhandenen spärlichen Nachrichten ein klares Bild davon zu gewinnen, umsomehr da die meisten Nachrichten und Aufklärungen darüber bei nichtjüdischen Schriftstellern sich finden, denen der Talmud ein mit sieben Siegeln verschlossenes Buch war. In einer eigenen Doktordissertation4) behandelt Leonhard Appoltus diesen Gegenstand; auch Wagenseil5), Bashuysen6), Würfel7), H e n 1 e 8) haben sich gelegentlich darüber geäussert, ohne eine wirkliche Kenntnis von der Sache zu besitzen. 9. Grätz IX, 59 2 schreibt darüber folgendes : ״Ein Jünger des Jakob Margoles (Margolit) von Nürnberg, Jakob Polak, wurde in den bayerischen Talmudschulen in jenes spitzfindige Spiel von Fragen und Antworten über talmudische Themas eingeführt, welches von den Städten, wo es im Gebrauche war, den Namen Nürnberger, Regensburger und Augsburger erhalten hatte.“ Er zitiert dazu die Stelle aus dem של״ה מס״ שבועות folgenden Inhalts: ויהי׳ גם כן הדוד דהיינו לתרץ בדרכים אמתיים כל אדשברעננר (אוישבורגר) וכל נירן בערגר וכל רעגנשפורגר וכן בתוספת לקשר כל ואם תאמר או תימא שהוא בלא זאת — דברים כאלו הם בכלל תורת אמת והם נ״כ הדוד. 10. Grätz hat sich hier in zweifacher Weise geirrt. Jesaja Hurwitz empfiehlt hier geradezu die Nürnberger und Regensburger Methode. Er schreibt, es ist geradezu eine מצרה, jeden Nürnberger und Regensburger zu erklären, wenn es auf dem Wege der Wahrheit geschieht, wobei er gleichzeitig gegen die Ausartungen des Piipul, gegen die sogenannten ״Chillukim“, in heftigster Weise eifert und es bitter bereut, dass er selbst in früheren Zeiten sich damit abgegeben hat. Grätz stellt es da* gegen so dar, als ob er gegen die Nürnberger und Regensburger Methode eifern wollte, was in Wirklichkeit nicht der Fall ist. Grätz irrt ferner, wenn er das Wort אוישברעננר in אוישבורנר oder אויגשבותער verbessert. Er hat sich dabei von folgender Er- U