Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 270)
- Language
- German
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207 hin bis in die entferntesten Gegenden, sodass nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Frankreich und Italien Schüler herbeiströmten, um zu Füssen der berühmten Meister zu sitzen und Belehrung aus ihrem Munde entgegenzunehmen. Im späteren Mittelalter, vom vierzehnten Jahrhundert angefangen, waren es namentlich die bayerischen Jeschiboth, die in höchstem Ansehen standen, und unter diesen ragen besonders die von Nürnberg und Regensburg hervor3). 3. Würfel in seiner Geschichte der Judengemeinde Nürnberg schreibt: ״Dieses jüdische Gymnasium stund bei denen ausländischen Judengemeinden in grossem Ruhm und Ansehen, sodass auch die berühmtesten Lehrer der Juden keinen Anstand genommen in zweifelhaften Sachen bei den jüdischen Lehrern zu Nürnberg Consilia einzuholen. Der Juden eigene testimonia will ich davon anführen zu meiner Rechtfertigung.“ Ferner heisst es daselbst: ״Man richtete sich nicht nur in den bedenklichsten Angelegenheiten nach den Conclusis dieser hohen Schul, sondern wenn es der Sachen Notdurft erforderte, so kamen gar die Hauptrabbiner von anderen Gemeinden nach Nürnberg zusammen und suchten mit Zuziehung der Lehrer daselbst das Nötigste zu entscheiden.“ 4. Es ist uns noch ein amtliches Aktenstück erhalten, in welchem die Nürnberger Hochschule erwähnt wird. Es ist dies eine Verfügung des Nürnberger Rates d. d. August 1406, derzufolge: ״Hi zu Nürnberg eine Judenschule nit sein soll, ausgenommen der Juden, die hie Burger sein, die mugen ire Kinder jeder in seinem Hause wol lernen lassen als das von alters her gewunheit itz gewesen und sollen auch daraufhin iren Meisterrabbi fahren lassen und hinschicken.“ Es wurde demnach damals die seit langem bestehende Jeschiba zeitweilig aufgelöst. 5. In nicht viel geringerem Masse war die Regensburger Jeschiba berühmt. Bei Gmeiner, Regensburger Chronik IIT, 1617, heisst es: ״Aus der hiesigen Schule sind doktores et patres hervorgegangen für alle Juden Deutschlands. Aus den verschiedensten Teilen kamen sie nach der hiesigen Stadt und täglich konnte man sehen, wie sie in Scbaaren das Gymnasium besuchten.“