Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 258)
- Language
- German
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195 Bamban zu Exod. 22, 12 aus Mech. de-ß. Simon b. Jochai zitierte Stelle wird in der von Harkavy herausgegebenen Sammlung der תשובות הגאונים Nr. 229 (S. 107) aus dem ספרי דבי רב citiert. Daneben citiert der Gaon eine Stelle aus מכילתא דארץ ישראל, die in unserer Mech. (d. B. Ismael) משפטים c. 16 zu finden ist. Daraus gellt klar hervor, dass die Geonim zu Exodus ausser unserer Mech. de־B. Ismael, die sie מכילתא דארץ ישראל nannten, noch einen ספרי דבי רב besassen. Da mm die aus letzterem citierte Stelle von ßamban aus מכילתא דרשב״י angeführt wird, so folgerte ich daraus die Identität von der מכילתא דרשב״י und dem gaonäischen ספרי דבי רב, den ich ohne weiteres mit dem talmudischen ספרי דבי רב identificieren zu müssen glaubte. In denselben תשובות הגאונים Nr. 66 (S. 31) wird eine Stelle aus שאר ספרי דבי רב angeführt, die ebenfalls in der מכילתא דרשב״י enthalten ist (MS 56 Note פ), die allerdings auch in der Mech. des B. Ismael sich vorfindet, den Gaonen aber aus ihrem ספרי bekannt war1). Indessen hat sich mir später dieser Beweis als nicht zwingend ergeben. Selbst wenn der ספרי דבי רב des erwähnten Gaon (es ist wahrscheinlich ß. Hai Gaon) mit der Mechilta de-B.Simon identisch wäre, so wäre daraus für den talmudischen Sifrökein sicherer Schluss zu ziehen. Denn auch unser Sifrö zu Num. wird von ß. Chananel, Alfasi und Baschi 2) als ספרי דבי רב bezeichnet, und dennoch ist zur Evidenz bewiesen, dass dies ein Midrasch aus der Schule ß. Ismaels ist und keineswegs zu den ספרי דבי רב des Talmuds gehört hat, vgl. hierüber EH S. 51 ff. Andererseits wieder vorausgesetzt auch, der ספרי ד״ר des Gaon sei mit dem des Talmuds identisch, so ist daraus, dass 2 Stellen jenes ספרי ד״ר sich in der Mech. de־ß. Simon vorfinden, keinesfalls die Identität beider letzteren Werke zu folgern. Denn sowie die Mech. de-ß. Simon sehr viele Sätze mit dem ספרא, dem Sifre zu Deut, und anderen Werken gemeinsam hat, so mag sie die fraglichen zwei Stellen mit dem ספרי דבי רב gemeinschaftlich haben, ebenso wie eine dieser Stellen auch in unserer Mechilta sich befindet. Die Identität י) Damit ist meine in EH 40 f. ausgesprochene Ansicht, dass מרי ד״ד von שאר מרי ד׳ר zu unterscheiden sei, widerlegt und habe ich dieselbe bereits oben in Nr. 1 zurückgenommen. Vgl. auch EH 91. *) Ebenso Aruch ed. Kohut 111 S. 390.