Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 254)
- Language
- German
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Zur Einleitung in die Mechilta de-Rabbi Simon ben Jochai. Von Dr. D. Hoffmann in Berlin. 1. Neben der recipierten Misehnades R. Jehuda 11a־Nasi (die als משנתנו oder ״ ,מתניודןunsere Misehna“, bezeichnet wird,) gab es in den babylonischen Schulen auch gewisse Baraitot (משניות חיצונות), die in besonderem Ansehen standen und denen mehr Autorität als den andern Baraitot eingeräumt wurde. Alle Tannaim des Lehrhauses ו) mussten ausser ״unserer Misehna“ noch auswendig gelernt haben die Baraitot: ״Sifra, Sifre und Tosefta“ (Kidduschin 49 b, Maimon. 4 ,7 ה׳ אישות). Von diesen Baraitot seien hier ״Sifra und Sifr6“ als Midrasch-Baraitot, d. h. als Baraitot, welche sich mit der Auslegung der Thora (מדרש תודה) befassen, besonders hervorgehoben. R. Scherira Gaon in seinem berühmten Sendschreiben sagt über diese Midraschim: ״Sifra und Sifrd legen die Schrift aus und zeigen, wo die Halachot in den Schriftversen angedeutet sind; früher während der Zeit des zweiten Tempels hat man die Halachot in solcher Weise (inVerbindung mit der Schrift) gelehrt/'* Unter ״Sifra“ versteht der Talmud unstreitig den bekannten tanna'itischen Midrasch zu Leviticus, der auch Sifra des Lehrhauses 2), ״Sifra de-Be Rab“ *) Darunter versteht man die Gelehrten, welche die Baraitot aus׳ wendig lernten, um sie nötigenfalls im Lehrhause vorzutragen, und so gewissermassen die lebendige Bibliothek des Lehrhauses repräsentierten; die Gaonen nennen einen solchen ״Tanna“: התנא ששוגה החיצונה (Teschubot ha-Geonim ed. Harkavy S. 21). Diese in den amoräischen Lehrhäusern wirkenden ״Tannaim“ dürfen nicht mit den alten Tannaim, den Mischnalehrem, verwechselt werden. Vgl. über diese Tannaim Friedmann, Einl. in Mech. S. 41, Lewy, Abba Saul, S. 9 und Halevy, דודות הראשונים II S. 88. רב (י »n=Lehrhaus, so Raschi in Chuliin 66a.