Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 250)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3486266-3486271--0995-3487356- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
18? blühten; wohl wurde die Pumbedithanische Hochschule erst von dem Amora Bab Jehuda gegründet; allein sowohl Nehardea, das vorher die Metibta barg, als auch Phirus-Schabur, das zur Zeit des letzten Saburäergeschlechtes und der ersten Geonim Sitz der Hochschule war, gehörten dem Bezirke an, in welchem Pumbeditha lag, ebenso wie Mata Mechassia und Nareseh mit Sura zu identifizieren sind. IX. In welchem Verhältnis standen aber die beiden Hochschulen zu einander? Auf Grund eines Berichtes, den man, wie Halevv nachweist und wie es auch durch die Veröffentlichungen der neuen Geniza-Funde durch Friedländer in der Jewish Quart erly Beview bestätigt wird, fälschlich Nathan dem Babylonier zuschrieb, wurde behauptet, dass bis zu ihrem Untergange Sura immer den Vorrang vor Pumbeditha hatte. Dieser Vorrang äusserte sich darin, dass es Pumbeditha nur gestattet war, seinen Gaon aus der Keihe der Gelehrten Suras zu wählen, dass ferner der Präsident Pumbedithas bei feierlichen Zusammenkünften, namentlich zu Ehren des Exilarchen, den Vorsitzenden Suras Gaon nannte, er seinerseits aber nicht mit diesem Titel belegt wurde, dass des weiteren dem Gaon Suras allein alle Ehrenrechte an der Tafel beim Exilarchen zugesprochen wurden, sowohl hinsichtlich des Platzes als auch des Tischgebetes, dass ferner der Gaon Suras ausschliesslich dem Exilarchen als Meturgeman (Erklärer), zur Seite stand und dass endlich von allen Einkünften Sura 2/3 und Pumbeditha nur Vs bezog. Grätz nahm diese Banghöhe Suras so sehr als feststehende geschichtliche Tatsache hin, dass sie sich wie ein roter Faden durch seine ganze Geonimgeschichte zieht, und dadurch hat sie ihm Anlass zu vielen Hypothesen und phantasievollen Darstellungen gegeben und Irrtümer über Irrtümer in den Ereignissen jener Epoche hervorgebracht. Allein lichtvoll und überzeugend weist uns Halevy nach, dass während der Geonimperiode dieser, Vorrang Suras vor Pumbeditha nicht bestand. Kein einziges Mal finde man, dass Pumbeditha seinen Gaon aus der Beihe der suranischen Gelehrten wählte, wohl aber umgekehrt, dass Sura seinen Gaon von Pumbeditha bezog; ferner gehe grade aus einem Vorkomnis zur Zeit,