Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 249)
- Language
- German
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186 lichkeit statt. Jeder einzelne Schüler wurde vorgenommen und nach allen Seiten hin in dem Traktate, den er kennen musste, über den Grad seines Wissens und Verständnisses geprüft. Wurde einer gefunden, der es an dem nötigen Fleisse hatte fehlen lassen, so wurde er hart angefahren, es wurden ihm die Unterstützungen der Metibta gekürzt und ihm die Warnung gegeben, dass er sie im Wiederholungsfälle ganz und gar verlieren würde. Daher legten sie alle nicht nur den emsigsten Fleiss an den Tag, sondern sie bemühten sich auch, mit Verständnis in die dunkelsten Materien einzudringen und so sich jedes halbe Jahr mit einem Traktate voll und ganz vertraut zu machen. Wir sehen daraus, dass hohe Anforderungen an die Schüler der Metibta gestellt wurden und wir werden es daher erklärlich finden, dass man bei der Aufnahme von Schülern mit äusserster Sorgfalt vorging. Nur wer mit besonderen Geistesgaben ausgerüstet war, wer willens war, mit ihnen den emsigsten Fleiss zu verbinden, wer ausserdem eines tadellosen Charakters und Bufes sich erfreute, ,wurde in die Metibta aufgenommcn. Das schloss aber nicht aus, dass sich ausser ihnen noch tausende und abertausende dem Thorastudium widmeten und dass auch von diesen manche während der Kallamonate nach dem Orte der Metibta eilten. Da ihnen aber der Eintritt in die eigentliche Metibta oder vielmehr die Teilnahme an den Verhandlungen der Ordnung halber verwehrt werden musste, wurde ihnen ein besonderer Baum vor der Metibta, genannt Tarbiza, angewiesen, wo sie sich auf hielten und nach freier Wahl dem Studium oblagen. Diese Schüler, Talmide de Tarbiza genannt, waren nicht an die Regeln der Metibta gebunden, sie wurden keiner Prüfung unterzogen und waren überhaupt in der Wahl des Stoffes, den sie bearbeiteten, unbeschränkt. Das schloss aber nicht aus, dass sie trotzdem sich mit dem Traktate beschäftigten, den die Metibta durchstudierte und dass sie die Erklärungen, die ihnen aus der Metibta gemeldet wurden, sich zu eigen zu machen suchten. Dass es ausser der Tarbiza innerhalb der Metibta noch andere Bäume gab, in welchen verschiedene Kollegien für die verschiedensten Zwecke arbeiteten, haben wir bereits dargetan. Ebenso haben wir bereits darauf hingewiesen, dass in Babylonien Sura und Pumbeditha die einzigen Stätten waren, in denen die Metibtas