Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 247)
- Language
- German
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184 tretuug eines göttlichen Geoetzes verhindern sollte; allein immer nur konnte selbst eine solche meist das religiöse Leben erschwerende Verordnung einzig und allein von der Metibta koleles ausgehen und selbst, als in der Geonimzeit die Metibta koleles aufgehört hatte und die beiden Metibtas von Sura und Pumbeditha nebeneinander blühten, konnten Tekanoth nur von den vereinigten Hochschulen, also ausschliesslich von sämtlichen hervorragenden Gelehrten Israels, ausgehen. Wie selten jedoch derartige Tekanoth erlassen wurden, geht aus der einen Tatsache hervor, dass während der ganzen Geonimperiode, also während eines halben Jahrtausends, sage und schreibe, zwei Tekanoth erlassen wurden. Wie man da von einem Parlamente sprechen kann, ist dem denkenden Menschen unergründlich. Die Hochschulen dienten allein dem Thorastudium und waren deshalb eigenartig, weil sie nicht nur Schüler, sondern auch die hervorragendsten Lehrer in Israel zu gemeinsamer Tätigkeit in gemeinsamen Beratungen und Studien vereinten. Wie aber diese Tätigkeit sich vollzog und nach welchen Regeln die Hochschule geleitet wurde, das wollen wir nunmehr uns vor Augen treten lassen. VIII. An der Spitze stand der Resch Metibta, der Vorsitzende. Vor ihm befanden sich zunächst sieben Reihen, deren jede zehn Plätze fasste, ln der ersten Reihe waren die sieben ersten Plätze für die sieben Resche Kalla, Häupter der Lehrversammlung, die Testierenden drei für drei Chaberim bestimmt. Der erste Resch Kalla führte auch den Namen Dajana di Baba (Richter des Thores). In den anderen Reihen sassen die Gelehrten, welche den Titel Alufim führten. Diese sieben Reihen wurden nur mit den grössten Gelehrten Israels besetzt; jeder hatte seinen bestimmten Platz und keinem war es gestattet, diesen be־ liebig zu vertauschen. Hinter den Reihen jener 70 Gelehrten befanden sich die Plätze für die vorgerückten Schüler, Bene be Rab oder Bene Kijume genannt. Aus ihren Reihen wurden Lücken, die unter den Aluüm entstanden waren, wieder ausgefüllt. In der Regel rückte immer der Würdigste vor; bei gleicher Würdigkeit wurde jedoch immer dem Sohne vor anderen Kandidaten der Vorzug eingeräumt. Hinter den Bene be Rab sassen