Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 230)
- Language
- German
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161 ״die Verhältnisse der Menschen zu regeln und ihre Streitig- ״keiten zu schlichten hatte, wurde R. Jehudai Gaon ernannt, ״sondern zum Haupte der Schule, um das Thorawissen in ״Israel auszubreiten. So wurde einst Rab Joseph in Pumbe- ״ditha zum Schulhaupte ernannt, wenn er auch blind war, wie ״der blinde R. Scheschet Schulhaupt in Schalche war. Ebenso ״wurde auch R. Jehudai Schulhaupt in Sura, denn die Schul- ״Ordnung war in der Zeit der Gconim dieselbe wie in der ״Amoraimzeit. ״Was die Ordination betrifft, die Grätz den Gelehrten ״zuschreibt, indem er bemerkt: ״Die 70 waren ordiniert und ״die 30 nicht ordiniert“, so ist jedem Talmudbeflissenen be- ״kannt, dass es in Babylonien selbst in der talmudischen Zeit ״keine Ordination gab (siehe Baba Kama 84 und Sauhedrin 13), ״Der Ausdruck סמוכים bei den Geonim bedeutet das Einsetzen ״in das Amt, zu dem man berufen war, wie אסתמיך לגאון bei R. ״Scherira und bei anderen; das hat aber nichts mit Ordination ״zu tun, so dass der damit Belehnte eine besondere Würde ״erlangt hätte, die er selbst beibehielt, wenn er das Amt ver- ״lor, und stets ordinierter Gelehrter geblieben wäre. Wie ״kann man aber überhaupt sagen, dass 70״ ordiniert und 30 ״nicht ordiniert waren“? ״Denn entweder — oder; wenn eine Ernennung zum ״grossen und kleinen Sanhedrin erfolgte, dann schloss dies eine ״Ordination für alle in gleicher Weise ein. Allein das Ganze ״ist ein Irrtum, es gab da kein Sanhedrin und keine Ordi- ״nation, wie es noch aus unseren weiteren Ausführungen über ״die Einrichtung der Schulen hervorgehen wird. ״Allerdings hatte die Schule eine Organisation, wie sie ״noch aus den Angaben R. Nathans hervorgehen wird, die ״Organisation war jedoch von ganz anderer Art. Jene Schulen, ״sowohl in der talmudischen, als auch gaonäischen Zeit, sind ״nicht mit unseren Schulen zu vergleichen, in welche nur ״Schüler kommen, sondern in der ganzen Zeit bis zum Ende ״der Geonim schlossen sie ausser den Schülern alle Gelehrten ״des Geschlechts ein, die ebenfalls in den festgesetzten Zeiten ״dahin kamen. So lange zwei Schulen existierten, rechnete ״sich der eine zu dieser, der andere zu jener Schule (siehe