Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 229)
- Language
- German
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166 ״Rab Menasche, den Geonim Pumbedithas, beteiligt bei der ״Beschlussfassung über למגבה לכתובה ובעל חוב ממטלטלי.“ Uebrigens ״bedarf es gar keines Beweises, dass eine der beiden Hoch- ״schulen, die sich in allem vollkommen gleich standen, ohne ״Zustimmung der zweiten keine Verordnungen für die Allge- ״meinheit erliess, und dies allein beweist, dass eine jede Hoch- ״schule für sich nicht ״den Charakter eines beratenden und ״beschliessenden Parlaments“ haben konnte. ״Wenn wir finden, dass die Fragen, die an jede Schule ״gerichtet wurden, nach gemeinsamer Beratung und nicht nach ״dem aüeinigen Wissen des Schulhauptes beantwortet wurden, ״so zeigt uns dies den hohen Ernst, den man der Beantwor- ״tung entgegentrug, dass nicht einer allein, und wäre es auch ״der Vorsitzende der Hochschule, sich die Berechtigung dazu ״aneignete, sondern dass man die Fragen der Schule vorlegte ״und in gemeinsamer Beratung das Für und Wider abwog; ,,dann erst befahl der Vorsitzende den Schreibern, die Ant- ״wort so oder so zu erteilen, je nach dem Bescheide, den die ״gemeinsame Beratung festgestellt hatte. ״Allein es ist bekannt, dass jene Fragen und Antworten ״keine Verordnungen und Gesetze enthielten; viele von ihnen ,,betrafen nur die Darlegung des einfachen Verständnisses der ״talmudischen Abhandlungen, andere bezweckten die Fest- ״Stellung der Halacha aus dem Talmud, sei es, dass die ״Fragenden die Entscheidung aus keinem Buche schöpfen ״konnten oder dass sie eine Polemik darüber unter den Geonim ״fanden; sehr viele Fragen betrafen aber auch Zweifel, welche ״die Fragenden bei sich ereignenden Fällen des praktischen ״Lebens bekamen; aber selbst auf solche Fragen antworteten ״sie nicht nach Art ״eines beratenden und beschliessenden ״Parlaments“, sondern unter Darlegung der Quellen und der ״Gründe ihrer Entscheidung, ganz ebenso wie es noch heute ,jeder hervorragende Gelehrte tut, an den man sich mit einer ״Frage wendet. ״Grundlos ist daher die Verwunderung Weiss’, dass ״Rab Jehudai, trotzdem er blind war, zum Haupt des Sanhedrin ״ernannt wurde; denn nicht zum Haupt, des Sanhedrin, da