Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 225)
- Language
- German
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162 der Saburäer nur die Hochschule von Pumbeditha bestand. Erst als ßab Jose, der letzte Saburäer des ersten Geschlechtes, gestorben war, wurde neben Pumbeditha wieder Sura eröffnet; in jener Schule fungierte Rab Simuna, in dieser Rab Ena. Im dritten Saburäergeschlechte hörte jedoch wiederum Sura als Hochschule auf und nur in Pumbeditha arbeiteten die Gelehrten in vereinigter Hochschule unter Rabai aus Rob. Inzwischen hatte die Lage der Juden in Babylonien durch die Verfolgungen nach dem Auftreten Mar Sutras1) eine immer drückendere Gestalt angenommen; was seit der Gründung Pumbedithas als Hochschule nicht vorgekommen war, trat ein, die Schule musste, nachdem die Gelehrten lange vergebens auf eine Besserung der Lage gehofft hatten, aufgehoben werden, und die Gelehrten zogen nach Phirus-Schabur, das in der Nähe Pumbedithas lag, aber einem besonderen, wohlwollenden Statthalter untergeben war, um dort von neuem die Lehrtätigkeit der Hochschule aufzunehmen. Dort, in Phirus-Schabur, kamen nun alle zusammen, die in gemeinsamem Studium den Boden des jüdischen Gesetzes beackerten, dort blühte jetzt von neuem eine Hochschule auf, in welcher die letzten Männer der Sbara, Rab Giza und Rab Huna, tätig waren. VH. Zwanzig Jahre nach der Verlegung der Hochschule nach Phirus-Schabur, im Jahre 589, trat wieder Ruhe * in Pumbeditha ein, und Rab Chanan aus Iskaja zog mit einem Teil der Gelehrten dorthin zurück, gründete von neuem die Hochschule und wurde der erste Gaon. Mit ihm beginnt die Periode der Geonim, die etwa einen Zeitraum von 500 Jahren umfasste. Anfangs trauten sie jedoch so wenig der Ruhe, dass zunächst in Phirus-Schabur die Hauptgelehrten zurückblieben und dort die Schule weiter erhielten, sie erlosch erst, als nach der Eröffnung der Hochschule von Sura wieder vollständige Ruhe und Sicherheit in Babylonien eingetreten war. Von jener Zeit an blühten fast bis zum Ende des Gaonats beide Hochschulen in Israel nebeneinander, für diese lange Zeit ganz Israel Richtung gebend und es leitend. Eine Metibta koleles gab es jedoch in der ר S. Dor.-Har. III S. 38 flg.