Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 226)
- Language
- German
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163 Geonimzeit, da das Gesetzesmaterial im Talmud abgeschlossen war, Dicht mehr, sondern beide Hochschulen wirkten nebeneinander, mit gleichen Pflichten und fast gleichen Hechten ausgestattet, nicht als einfache Schulen, sondern als Metibtas in derselben Einrichtung wie früher. Nimmermehr dürfen wir aber die Hochschulen in der Geonimzeit hinsichtlich ihrer Tätigkeit mit Parlamenten vergleichen, wie dies z. B. G r ä t z tut, der bei ihrer Schilderung folgendes behauptet: ״Neue Gesetze und Verordnungen wurden beraten und zum Beschluss gebracht“ oder: ״Der Präsident des Lehrhauses war mehr für die Senatsmitglieder und die Gesammtjudenheit als geistlicher Gesetzgeber und offizieller Vertreter des Judentums als für den Jüngerkreis vorhanden“ oder auch: ״Die Lehrhäuser von Sura und Pumbeditha verwandelten sich in regelmässig tagende Synoden, weshalb die praktische Tätigkeit die theoretische überwog“. So sehr traute man dieser falschen Grätzschen Behauptung, dass fast alle Historiker, die über den Gegenstand schrieben, sie sich za eigen machten und sie, wie z. B. Weiss, noch erweiterten. Erst Halevy hat, wie mit allen anderen Geschichtsverdrehungen, auch mit dieser grttndlieh aufgeräumt. Wir wollen aber Halevy selbst sprechen lassen und die betreffenden Kapitel aus dem Dor.-Har. III (15—17) zitieren. ״lieber die Hochschulen im allgemeinen. ״Da wir uns nunmehr bereits mitten in der Schil- ״derung der kraftvollen Leistungen aus der Geonimzeit ״befinden, dürfte es am Platze sein, über das Wesen ״und die Tätigkeit der Schulen zu sprechen. Da aber ״die neueren Forscher hierbei durch die Steine des ״Anstosses, die sie selbst hinlegten, vom rechten Wege ab- ״wichen, so dass ihnen alles wie ein versiegeltes Buch vorkam ״und sie der Sache eine derartige Gestaltung gaben, dass das ״ursprüngliche Aussehen nicht mehr zu erkennen ist, fühlen ״wir uns genötigt, die Sache klar zu legen, um sie der Wirk- ״lichkeit entsprechend darzustellen. ״Bei R. Jehudai Gaon bemerkt Weiss folgendes: ״R. ״Jehudai war, wie es scheint, schon blind, als er Schulhaupt ״wurde. Es ist höchst merkwürdig, dass niemand gegen dessen