Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 223)
- Language
- German
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160 gänzlich, sie wanderten nach dem gastlichen Babylonien aus, wo bald darauf Rab Aschi das Haupt der Gelehrten wurde. Rab Aschi war es, der wieder eine Metibta koleles schuf, indem er von neuem das seit Rab Chisda verlassene Lehrhaus von Sura^oder { vielmehr Mata Mechassia, einer Stadt neben Sura, eröffnete und von neuem alle Gelehrten Israels in seinem Lehrhause vereinigte. Hatte man bisher die Ordnung des Talmuds festgestellt, so ging man jetzt an seinen Abschluss. Dreissig Jahre lang waren alle grossen Gelehrten Israels, sowohl die Babylonier als auch die Palästinenser, unter der Leitung Rab Aschis und Rabinas mit dieser ungeheuren Arbeit beschäftigt. Jeder Traktat wurde einzeln durchgesprochen, von jeder Abhandlung die Schlussfolgerung gezogen, und die Halacha festgestellt. Hatte man ferner bisher trotz der Ordnung des Stoffes noch vieles mündlicher Fortpflanzung überlassen, so ging man jetzt davon ab und fixierte alles, was nur an Traditionen vorhanden war. Alles wurde dem Texte des Talmuds einverleibt und nichts mehr blieb vom talmudischen Gesetzesmaterial im Munde der Gelehrten zurück. Von selbst trat darum damals, d. h. nach dem Tode Rab Aschis und Rabinas und des mit ihnen zusammenarbeitenden Amoraimgeschlechtes, das Ende der הוראה, der legislatorischen Kraft, ein. Niemand hatte mehr die Macht, eine הוראה aus sich heraus zu treffen. Alles warum Talmud fixiert und aus dem Talmud allein musste die Entscheidüng getroffen werden. Rabina starb zuerst (4180 420), ihm folgte kurz darauf (4186 426) Rab Aschi, der bei seinem Tode den ganzen Talmud in der Gestalt etwa, wie wir ihn noch heute {besitzen, Israel übergab. Wohl gelangten durch die Amoraira, die zugleich mit Rab Aschi an dem Abschlüsse des Talmuds gearbeitet hatten, ihn aber überlebten, noch zu einigen Stellen, welche einer Erklärung bedurften, überlieferte Zusätze in den Talmud; allein es ist dies nur von geringer quantitativer Ausdehnung, es betrifft nur einige wenige zerstreut im Talmud sich vorfindende Stellen. In der Hochschule von Sura folgte auf Rab Aschi zunächst Meremar, bis 432, nach seinem Tode war Rab Ide bar Abin 20 Jahre lang Schulhaupt bis 452, auf ihn folgte Rab Nachman bar Rab Huna, bis 455, dann wurde Mar bar Rab Aschi Schulhaupt