Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 222)
- Language
- German
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159_ folgte Raba. Zur Zeit dieser Schulhäupter wurde in der Hochschule eine sehr wichtige Arbeit geleistet; der פידור התלמוד, die Ordnung des Talmuds wurde beendet und die Basis zum Abschlnsse desselben geschaffen. Unter Beteiligung aller Gelehrten des Judentums ging man daran, die mündlich tradierten Erklärungen der Mischna, die verschiedenen Ueberlieferungen in Bezug auf den Wortlaut und den Inhalt der erhaltenen Lehrmeinungen und zuletzt die Lehrmeinungen der Amoraim selbst in gemeinsamer Beratung abzuwägen, scheinbare Widersprüche miteinander auszugleichen, die Verhandlung oder Diskussion daran anzuknüpfen, alles dies in ein festes Gefüge zu bringen und dem vorhandenen Talmudtext beizufügen. Zur Zeit Rabas wurde die Ordnung des Talmuds zu Ende gebracht. Zwischen ihr jedoch und dem Beginne des Abschlusses des Talmuds vergingen noch 19 Jahre. Mit dem Tode Rabas hörte vorerst die Metibta koleles auf, und es entstanden statt ihrer in Babylonien drei grosse Lehrhäuser, deren Aufgabe es zunächst war, das nunmehr Geordnete zu lernen und zu lehren. Das eine bestand in Pumbeditha unter Rab Nachman bar Jizchak und nach seinem Tode unter Rab Chama, das zweite wurde in Naresch, nahe bei Sura, durch Rab Papa und Rab Huna, Sohn des Rab Josua, eröffnet und das dritte, ohne dass es den Namen Metibta führte, in Nehardea und dem daneben liegenden Pum Nahra durch Amemar und Rab Kahna. Tn Palästina hatten sich inzwischen die Verhältnisse etwas gebessert. Wenn auch Druck und Verfolgung dort noch herrschte, war es doch möglich, die Lehrtätigkeit wieder zu entfalten und sie ein ganzes Geschlecht hindurch zu erhalten. Es beteiligten sich daran sowohl die Gelehrten, die aus Babylonien zurückgekehrt waren, als auch die, welche in Palästina. geblieben waren, das Haupt der Zurückgekehrten war R. Jose bar Bun und das der in Palästina Gebliebenen R. Mana. Aber leider dauerte diese einigermassen erträgliche Zeit nicht lange. Es brachen die furchtbaren Verfolgungen unter Gallus und Ursicinus aus, hervorgerufen durch den Hass der Christliehen Geistlichkeit Palästinas. Die Stätten der Metibtas, Tiberias und Sepphoris, wurden an erster Stelle getroffen und vernichtet. Die Gelehrten verliessen Palästina fast