Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 211)
- Language
- German
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148 ״Lehrmeinung nach ihrem einfachen Inhalt auf die Praxis zu ״übertragen. ״Alle Antworten sind so einfach und klar, dass Rab Chisda ״mit ihm gar nicht, auch nicht in Bezug auf eine Antwort, ״diskutiert, denn auf jede Frage hatte jener so klar geant- ״wortet, dass gar nichts zu entgegnen war. Wenn es sich nur ״um eine Frage gehandelt hätte, nie hätte Rab Chisda gesagt "הזינא לך דהריפת טובא, weil seine Antworten einfach und klar ״sind; aber da er ihn über viele Dinge fragte, und er über ,jedes einzelne eine klare, ein wandsfreie Antwort zu geben ״wusste, erkannte Rab Chisda seine hohe Bedeutung und sprach ״zu ihm: חדנא לך דהריפת טוב. Denn die Kunst, jedes einzelne in ״klaren, einwandfreien Worten durchsichtig hinzustellen, verrät ״die wahre Yerstandestiefe, ist das Resultat der wahren ״Forschung. ״Da aber Rami bar Tamri ein Schüler Rab Jehudas war, ״und in Wirklichkeit viele seiner Antworten aus Halachoth, ״die er von Rab Jehuda empfangen hatte, hervorgingen, hatte ״er die Pflicht, seine Grösse und Ehre auf seinen Lehrer zu ״übertragen. Als er daher sagen wollte, wenn er nicht unter- ״wegs wäre, sondern sich zu Hause befände und ruhigen Geistes ״wäre, hätte er noch bessere Antworten geben können, begründet ״er das mit einer ehrenden Nennung seines Lehrers und sagt: "״ אי הוית באתריה דרב יהודה אחדנא לך חורפאיWäre ich am Orte Rab ״Jehudas, ich zeigte dir meine Schärfe“. ״Und solch lebendige Worte, die so natürlich im Verkehr ״sich ergeben und die gar nicht anders lauten konnten, konnten ״deutsche Gelehrte mit Gewalt umkehren, um das Antlitz Israels ״und seiner Lehre vor den nichtjüdischen Lesern, die den jüdischen ״Geschichtsschreibern Glauben schenken, zu schwärzen, um falsche ״Anklagen gegen uns zu erheben, und sich gegen alle Grundlagen ״unserer Gelehrten mit den Worten zu wenden: ״Seitdem Rab und ״Samuel ihre Augen geschlossen hatten, kehrte man alles ganz ״und gar um, verlor den einfachen, geraden Weg und ging auf ״krummen Pfaden . . . Diese Periode nennen auch wir (!) die ״Periode der talmudischen Spitzfindigkeiten“. ״Sie prüften nicht und kannten nicht die Worte selbst, die ״lebendig vor uns stehen und in vollem Glanze leuchten, ygv-