Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 205)
- Language
- German
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142 ״Auch hinsichtlich der Forschungsmethode dieses grossen ״Geschlechtes, des zweiten Amoraimgeschlechtes in Babylonien, ״gründeten sie ihre Worte nur auf einige Agadastellen, welche sie ״im Seder Hadoroth fanden, und auf wenige Aussprüche teils des ״Unwillens, teils des Lobes, welche einer gegen den anderen zu ״bestimmter Zeit und bei gewissen Verhältnissengebrauchte. Z. B. ״wenn Samuel mitunter den Rab Jehuda שיננא (Scharfsinniger) ״nennt, oder wenn wir finden: ״Rab Scheschet erzitterte am ganzen ״Körper vor der Diskussion (מפלפולו) des Rab Chisda“. ״Allein auch in jenen Agada-Sprüchen und den Ausdrücken, , die sie im Seder Hadoroth fanden, irrten sie vollständig aus Mangel ״an Forschung und Untersuchung. Da aber die Sache für die Ge- ״schichte jener Zeit von grosser Bedeutung ist, wollen wir die ״Grundzüge der Ausführungen der deutschen Gelehrten zitieren ״und dann den Gegenstand so hinstellen, wie er ist. ״Grätz bemerkt (IV, 820) hinsichtlich Rab Jehudas: ״Samuel zeichnete ihn schon als ״den Scharfsinnigen“ aus, und er ״wurde der Schöpfer jener scharfsinnigen Dialektik, die in früheren ״Zeiten auf judäischem Boden eine vorübergehende Erscheinung, ״in Babylonien heimisch und gangbar geworden ist.a Ihm folgt ״nun Weiss, und wirft mit Steinen und besudelt, wenn er von ״den Gliedern jenes Geschlechtes spricht. Im Dor Dor Wedor- ״schaw (III, 177) bemerkt er bei Rabba bar Abahu: ״Nach ״alledem können wir nicht sagen, dass er zu den Gelehrten ״gehört, welche nach dem Tode Rabs und Samuels das ״Studium ganz und gar umkehrten, den einfachen, geraden Weg ״verloren und auf krummen Pfaden wandelten; aber nur seine ״Kollegen taten dies und zwar so sehr, dass viele der grossen ״Schüler sich vor dieser Entstellung entsetzt fühlten und nach ״Palästina auswanderten. Sie sahen eine neue Zeitperiode ״herangekommen, an der sie keinen Gefallen fanden, eine Periode, ״die weit von der Einfachheit und Geradheit und dem Wege ״ihrer Lehrer entfernt war, eine Periode, die auch wir die der ״talmudischen Spitzfindigkeiten (החידוד והסכסוך התלמודי) nennen.“ ,,Seine Beweise für alle diese Schmähworte befinden sich ״bei Rab Jehuda und Rab Chisda. Wir müssen sie also anführen ״und ihren Inhalt erkennen,