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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1905-01-01 · III. 1905 - 5666 (1905) · page 198

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
III. 1905 - 5666 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 198)
Language
German
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502). Schon diese Vielseitigkeit der Aufgaben lässt uns die Sonderstellung der Metibta in Israel erkennen; wie es früher nur ein Synhedrium gab, so gab es später nur eine Metibta, sie war die Metibta koleles, die offizielle Hochschule, die Vertreterin der höchsten xiutorität in geistiger und weltlicher Beziehung und ist von den vielen anderen Hochschulen zu trennen, die als Jeschiwoth ausserdem im Lande vorhanden waren und in denen das göttliche Gesetz von Schülern unter der Leitung von Lehrern studiert wurde. Die Metibta koleles hatte eine bestimmte Organisation, über die wir noch sprechen werden, bildete eine Versammlungsstätte nicht nur von Schülern sondern auch von Ge» lehrten, ja allen grossen Gelehrten der Zeit, die dort zusammenkamen, um in gemeinsamer Beratung die vorliegenden Aufgaben zu lösen; die anderen Schulen jedoch waren nicht organisiert und waren meistens einzelnen Gelehrten zu eigen, die je nach dem Kufe, den sie genossen, eine grössere oder geringere Zahl von Schülern um sich vereinten; aber selbst diese Gelehrten erschienen in den festgesetzten Zeiten in der offiziellen Hochschule, um dort als Alufim au den Beratungen teilzunehmen. Diese Unterscheidung, die zuerst von Halevy gemacht wurde, löst uns eine ganze Menge von Schwierigkeiten an verschiedenen Talmudstellen und gibt uns zugleich den Schlüssel, der uns die Türe zu einem Wege öffnet, der von besonderer Wichtigkeit für die Geschichte des jüdischen Gottesgesetzes ist und dessen Fehlen den bekannten jüdischen Gelehrten Kappoport zu Irrwegen von prinzipieller Bedeutung geführt hat. II. Der berühmte Gaon R. Scherira berichtet uns nämlich in seinem bekannten Sendschreiben, dass in Babylonien seit ältester Zeit, also seit der Expatriierung der Juden nach jenem Lande durch Nebukadnezar, die Thora gehegt und gepflegt wurde, und dass daselbst Lehrhäuser blühten, die unter einem Kesch Sidra oder Kesch be Kabanan standen. Dagegen wendet sich Kappoport und behauptet ohne weiteres, R. Scherira, der ein Babylonier war, habe wissentlich die Wahrheit entstellt, um seinem Heimatlande die hohe Bedeutung in talmudischen Studien seit den ältesten Zeiten zuzusprechen; denn in Wirklichkeit

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