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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1905-01-01 · III. 1905 - 5666 (1905) · page 195

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
III. 1905 - 5666 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 195)
Language
German
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132 in Israel die Schule die Stätte, die den Stolz des Volkes bildete, und Lehrer und Schüler waren die Volksglieder, die den! gesamten Körper Kraft und Schönheit verliehen. In der nachfolgenden Abhand־ lung will ich mich jedoch nicht mit den Schulen im allgemeinen, wie sie einst in Israel in jeder Stadt blühten, beschäftigen, meine Aufgabe soll es vielmehr sein, ein Bild von der einstigen Hochschule in Israel zu geben, jener Stätte, die für ganz Israel!nassgebend war und die sich einst in Palästina und später in Babylonien zu gewaltiger Blüte entwickelte. Als Wegweiser hierbei bediene ich mich des bereits obenerwähnten Doroth Harischonim von Halevy1), auf welches Werk ich noch in den einzelnen Phasen meiner Ausführungen zurückzukommen gedenke. I. Das teuerste Gut, das Israel besessen, und das es bis zum heutigen Tage besitzt, ist seine Thora. Auf ihr allein beruhte der Lebensbestand Israels, mit ihr erhob es sich zu kraftvoller Lebensblüte und ohne sie sank es zum wesenlosen Schemen herab. Es war darum natürlich, dass von jeher das Sinnen und Trachten Israels darauf gerichtet war, sich die Kenntnis seiner Thora anzueignen; denn nur mit ihr ausgestattet konnte es sein Leben dem göttlichen Gesetze entsprechend ausgestalten und seinem Geiste Entwicklung und Schwung verleihen. Die Stätte aber, in welcher vornehmlich diese Thora gelehrt und gepflegt wurde, war die Hochschule, die Metibta in Israel. Eigenartig war ihr Wesen und ihre Bedeutung. Für alle Juden auf dem weiten Erdenrunde massgebend, war sie nicht nur die treue Hüterin der Tradition, indem sie die überkommenen Glaubenslehren festhielt, erklärte und fortpflanzte, sondern sie hatte auch für die jeden Tag neu sich ergebenden Lebensfälle nach dem Gesetzesmaterial die massgebende Noch mehr geht es aus der Zeit Gideons hervor. Richter 8, 3 heisst es: וישב גדעק בן יואש מן המלחמה מלמעלה ההרס, וילס־ גער מאנשי סבות וישאלהו ויבתב אלין את שדי ״ סבות ואת זקניה שבעיש לשבעה אישUnd Gideon kehrte aus dem Kampfe zurück und er griff einen Knaben von den Einwohnern Sukkoth’s heraus und fragte ihn, und dieser schrieb ihm die Fürsten von Sukkoth und seine Alten auf, 77 Mann.“ Es ist in Wahrheit wert hervorgehoben und gezeigt zu werden, dass in jenen alten Zeiten ein Knabe, der beliebig herausgegriffen wurde, die Kunst des Schreibens verstand.“ 1I Band II, Frankfurt a. M. 1901, und Band III, Pressburg 1897.

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