Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 79)
- Language
- German
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16 mitgliedern, wodurch er zugleich Gelegenheit־ fand, ihre Mithülfe für gemeinnützige Bestrebungen in Anspruch zu nehmen. Nach einem einfachen Frühstück, welches allein ihn an Werktagen mit seiner Familie vereinte, beschäftigte er sich mit der Bibel, (?) von 10—12 Uhr hielt er, mit Ausnahme der beiden Festmonate Nissan und Tischri, den statarischen Hauptschiur (talmudischen Lehrvortrag) in seiner Jeschiwah, an dem bald gegen 50 und mehr oft von weiter Ferne herbeigeeilte Schüler teilnahmen. ״Fast jede Gemeinde der Provinz hatte dort wenigstens einen Bachur, der durch bereits erworbene Talmudkenntnisse fähig war, den Lehrvorträgen des Gaon zu folgen, während die minder Yorge. sclirittenen von den Posener Gelehrten oder reiferen Bacliurim erst dazu vorbereitet wurden46).״ Wie begeisternd diese Vorträge in Posen, namentlich auch durch die meisterhafte, natürliche Pädagogik auf die Schüler wirkten, schildert einer derselben in den für seine Lehrmethode überhaupt charakteristischen Worten47): ״Trotz des staunenerregenden Scharfsinns und des reichen AVissens- Schatzes des gefeierten Meisters auf allen Gebieten der talmiidischen Disziplinen schien es uns Schülern doch bei seinen Vorlesungen, als wenn er zum ersten Male im Leben dieses Thema behandelte und wir die genetische Entwickelung seines Ideenganges beobachten konnten. Der Beiz der Neuheit wirkte mächtig und wir glaubten, die Operation des Nachdenkens und Erwägens mit unserem Lehrer mitzumachen. AYard uns dann das Thema inhaltlich klar, dann empfanden wir die Freude der klareren Einsicht״ — .״Nächst Raschi und Tosaphoth waren ihm die Kommentatoren aus der jüdisch-spanischen Literatur-Periode, die ״Rischonim״, die teuersten und wichtigsten, weniger die Epigonen, die ״Acharonim״, obwohl er dieselben in Bezug auf rituelle Praxis und Kasuistik nicht umgehen'konnte48). Auch hatte der Rabbi es nicht ungern, wenn an seine Vorlesungen kleine Disputationen 46) Mitteilung des Herrn Prof. Dr. Berliner. 47) Seminarrabbiner Dr. Joel im Jahresbericht des Breslauer Seminars v. J. 188t 11 u. HL 48J In einem Schreiben an den Vater Joels heisst es daselbst: די לנו לעמוד על דברי ראשיניס על בל קוץ וקוץ שמהם תצא תורה; vgl. auch 'ת II 125 126 an Hirsch Bleichrode bezüglich des «]איני אחראי למשכוני נפשי על דברי מפרש מהאחרונים ודי :מהר״ם שי לנו להעמיק בדברי הראשונים.