Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- III. 1905 - 5666 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 72)
- Language
- German
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9 Bedenkzeit erbat31). Trotzdem erhob bald die Gegenpartei lebhaften Widerspruch gegen diesen Vorschlag; und da auch die politische Situation für Posen erst durch den Wiener Kongress ihre endgültige Lösung finden sollte 82), so wurde die Angelegenheit auf weitere 12/ו Jahre verschoben. Erst Ende August 1815 wurde R. Akiba Eg er, der inzwischen von seinen Angehörigen und Freunden zur Annahme der Wahl gedrängt worden war, vom Posener Gemeindevorstand, dem damals die fünf Mitglieder Wolff Falk, I. A. Flatau, Fabian Falk, Meyer Löbel und Abraham Mamroth angehörten, in dem Nachbarstädtchen Moschin zum Oberrabbiner von Posen mit Bewilligung eines wöchentlichen Gehalts von 12 Tlrn. und freier Wohnung gewählt. Diese Wahl versetzte jedoch die Gegenpartei in geharnischte Aufregung und trieb sie zu einem Vorgehen, das nicht nur dem Bildungseifer und der an sich löblichen, ernsten Fürsorge für die dem Trödel und Bettel überlassenen Kinder der armen jüdischen Bevölkenmg, sondern auch der leidenschaftlichen Feindschaft gegen das traditionelle Judentum und seine Bannerträger entsprang und auch vor persönlichen Angriffen und Ehrenkränkungen nicht zurückschreckte, ja, Besonnenheit ebenso wie Gerechtigkeit vermissen liess32b). Noch am 28. August 1815 wurde ein von 22 Mitgliedern Unterzeichneter Protest bei dem Oberpräsidenten Zerboni di 31) Am 26. Adar 1814 schrieb er an den Posener Gemeindevorstand: (ברבות נשגבות יהח משולבות לכבוד הוד הדרת ידידי . . פו״מ דק״ק פוזנן יע״א ויתר יה״ס (= יהירי סגולה נכבדי העיר ועליהם כבוד הבמי העיר נטורי קרתא הרבנים המופלגים חריפים ושנונים. הן בל יקר ראתה עיני ביקרת מכתבכם שהגיע עדי בליל ה, העבר כי יקרה נפשי העלובה בעיניכם לשום המשרה על שכמי ולאשר הענין הזד, אצלי פתאומיות א״א לי לקבץ רעיוני על שעה הדי* ולשפט הכרעת דעתי לזה אבקש מכבודכם בתרו לי זעיר ימים אהדים להתיישב בזה ואי״ה קורם פסה אשיב לכבודכם מלא דבר ב״ג. ידידכם עקיבא גינז מא״ש. Vergleiche auch seine Briefe darüber an seinen Schwiegersohn R. Moses Sofer und seinen Bruder Samuel in הוט המשולש II S. 9. 32) Durch das Patent vom 15. Mai 1815 wurde das Grossherzogtum Posen wieder mit Preussen vereint, während die Zivilbesitznahme der Stadt Posen am 8. )uni 1815, an welchem Tage auch in der Posener Synagoge Festgottesdienst stattfand, erfolgte. Siehe Meyer, Geschichte des Landes Posen S. 353 ff. 32h) In dem Bericht des Posener Polizeidirektors an die Regierung vom 27. August 1818 (Posen C. XVIII, 50) heisst es ausdrücklich: ״Das Versprechen bei der damaligen Rabbinerwahl (Punkt V) sei von einem oder ein paar jungen, feurigen Köpfen leidenschaftlich und ohne Ueberlegung gegeben.“