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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1905-01-01 · III. 1905 - 5666 (1905) · page 66

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
III. 1905 - 5666 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 66)
Language
German
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3 Synode der vier Länder, Grosspolen, Kleinpolen, Reussen und Wolhynien, jener höchsten jüdischen Centralgewalt Europas, welche erst 1764 durch Stanislaus August von Polen aufgelöst wurde8). Die gefeiertsten jüdischen Geistesheroen ihrer Zeit, wie der hohe Rabbi Löw (R. Liwa ben Bezalel, seit 1592), der Verfasser der Lewuschim,R.Mordechai Jaffe(1599—1612),derVerfasser des ׳מהרש״א R. Samuel Ed eis (um 1590), R. ScheftelHurwitz (1641—1658), R.NaftaliK0hen(1689—1704), R. Raphael Kohen (1774—1776) u. a. zierten den Rabbinerstuhly) Posens, das schon um 1550 als Jüdische Metropole und Grundveste aller heiligen Bestrebungen46 berühmt war10). Unter solchen, durch die Engherzigkeit des feindseligen Magistrats und den Fanatismus der verfolgungssüchtigen Jesuiten noch begünstigten Umständen kam gerade in Posen ein eigenartiges, spezifisch jüdisches Wesen zur höchsten Blüte und reichsten Entfaltung. Der Talmud und seine Literatur wurde zum aussehliessliehen Bildungsgegenstand11) sowohl beim Jugendunterricht in den höheren Abteilungen des Cheder, dem fortdauernd die grösste Sorgfalt des Kahal zugewandt war12), als auch besonders in den Hochschulen (Jeschiwoth), denen in normalen Zeitverhältnissen aus 8) Grätz, Geschichte der Juden XI, 116, Feilchenfeld a. a. O. S. 135, Anm. 6, Perles a. a. O. S. 365, Lewin, Jahrbuch II, S. 14 No. 53 und Heppner-Herzberg a. a. O. S. 77 u. ff. 9) Siehe Perles a. a. O. S. 261 und 370. 10) עיר ואם בישראל אבן הראשה לכל דבר שבקדושה פוזנא המהוללה, Perles a. a. O. S. 282; 100 Jahre später rühmt sie der Posener Rabbiner R. Scheftel ben R. Jesaia Hurwitz in der Einleitung zu seinen ווי העמודים in den Worten: עליתי אל ראש הר ההר ק״ק פוזנא המעמידה עטרת ישראל שם בעלי בינה שופעים מבריכה עליונה שבה ויקר גדולתם אין להמנות . . . לומדים גפ״ת בבל שגה. . ע״י הכמים גדולים ומרוב פלפולם חריפתא תיפוק שמעתתא. Im Kscherimbuch wird i. J. 1765 geklagt, dass Posen früher als von weither besuchte Thorastätte ״einem duftenden, rosenumhegten Garten“ glich. u) 1559 hatte der Oberrabbiner Aron von der Kanzel die Beschäftigung mit den religionsphilosophischen Werken bekämpft, da ״ein Sohn Judas nichts als den Talmud lernen“ dürfe. S. Bloch a. a. O. Dennoch entstammten Posen Grammatiker wie R. Isak Halevi, Verfasser des sehr geschätzten שיח יצחק u. a. (S. Heppner-Herzberg S. 163, 164 ibid. Anm.). 12) 1799 hielten die Juden 14 Lehrer mit 125 Schülern. Wuttkea. a. O. S. 411. Auch Holsche (a. a. O. S. 56) berichtete 1804: ״Die Juden beschämen in ihrem Unterricht die Christen, der ärmste Jude weiss von seiner Religion mehr als die niedere Klasse der Christenheit in Polen vom Christentum,“

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