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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1904-01-01 · II. 1904 - 5665 (1904) · page 409

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
II. 1904 - 5665 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 409)
Language
German
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IRI
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405 nicht zwischen Gräbern gehen darfst, bedarfst du keiner Vorschriften. Die Anwendung müsste eigentlich lauten: So bedürfen auch die oberen Wesen, in denen der böse Trieb nicht waltet, keines Befehles, während die unteren Wesen ihn ja nötig haben. So geartet würde sie der Parabel und auch dem Textworte genau entsprechen: ״Keine Rede und keine Worte, aber für die auf der Erde geht aus קום, was im Zusammenhang nur heissen kann: ״der Befehl an sieu. Da aber auf die Auslegung des אמור ואמרת hingezielt wird, in dem Sinne, dass der Mensch eine doppelte Mahnung nötig hat, und im Hinblick darauf, dass auch den oberen Wesen gegenüber — ob darunter Engel, Himmelskörper oder Naturerscheinungen verstanden sein sollen — auch ein Befehl zu denken sei, nämlich das Gesetz, das sie zu befolgen haben, hat die Anwendung die Verschiebung erhalten: Die oberen Wesen haben mit einer Rede genug, die Menschen müssen zwei haben. Es lässt sich nicht gut annehmen, dass der Schwerpunkt der Betrachtungen auf dem zweiten Versglied ובקצה תבל מליהם beruht, denn der Gegensatz baut sich immer auf dem בכל הארץ auf. Klarer tritt diese Auffassung in der Betrachtung zu Mid. Ps.z. St. hervor. Dieselbe ist, wie sie uns vorliegt, eine Combination aus dem ersten und zweiten Teil der Proömie in Wajikra rabba. In diesen Versen — so beginnt die Betrachtung — ist die Feststellung des Kalenders durch die Weisen Israels verherrlicht. Die Bestimmung des Schaltjahres oder deren Unterlassung, von der in weiterer Folge die Bestimmung des Neumondes und der Festtage abhängt, geschieht auf Grundlage der Berechnung, wie viel die Nacht von ihrer Schuld an den Tag bereits abgezahlt, und wie viel zu einer gewissen Zeit der Tag noch an die Nacht schuldig ist 1). Diese Darlehen und Zahlungen geschehen ״ohne Worte und ohne Verhandlungen“. — Hier wird ein neuer Faden aufgenommen. Die Darlehen und Zahlungen werden in ihrem ewigen Wechsel genau geschildert und, anknüpfend daran, der Inhalt des ersten Teiles ausgeführt. Erst gegen Ende wird der früher fallengelassene Faden wieder aufgenommen und der Gegensatz zum eingangs angeschlagenen Thema klar gelegt: וכשהן יוצאין מבית הועד לאחר שקבעו ראשי חדשים וראשי שנים ועיברו את השנה ותקנו את המועדות מיד 1) Sanhedrin 12b f.

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