Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 350)
- Language
- German
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346 דורא in Daniel 3,1, um zugleich den Namen des Verfassers, der aus Düren war, anzudeuten. Das Geschichtswerk קורא הדורות hat diesen Titel von dem ersten Herausgeber David Aschkenasi 1746 erhalten, der aber hierbei nicht einmal den Namen des eigentlichen Verfassers angegeben hat oder angeben konnte. Jetzt wissen wir aus anderweitigen Quellen, dass David Conforte der Name des Verfassers ist. Auch über die veränderten Titel bei Plagiaten wäre zu sprechen; es sei nur auf einige Beispiele hingewiesen. In dem einen Falle offenbart sich doch noch ein gewisser Grad von Ehrlichkeit. In der Einleitung zu dem 1557 in Cremona gedruckten צרי היגון teilt der Herausgeber Saul b. Simon mit, dass er in seiner Jugend sehr fleissig das Buch צרי היגון des Schemtob Palquera gelesen habe. Nachher sei er um das Buch gekommen. Da sei in ihm der Wunsch entstanden, das Buch aus seinem Gedächtnisse niederzuschreiben. Er ersuchte nun einen jeden, der in dem Besitze jenes Originals sei, eine Vergleichung anzustellen mit dem vorliegenden Buche, bei dem es ihm unmöglich sein konnte, alles genau aus dem Gedächtnisse wiederzugeben. Im Jahre 1851 liess Joseph Finkeistein aus Miskolz ein Buch מקורי מנהגים erscheinen, in welchem verschiedene Minhagim nach den Quellen behandelt werden. Das Ganze aber ist ein Plagiat aus dem gleichnamigen Buche von A. Levisohn, Rabbiner in Ober- Schlesien, das in Berlin 1846 erschien. Der Plagiator, der sich sogar noch eine Approbation des Rabbiners Hurwitz in Wien zu verschaffen wusste, hat das Ganze abgeschrieben, sogar mit der Vorrede, mit Abänderung der persönlichen Verhältnisse (vielleicht glaubte er hierbei שינוי קונה) und hat dessen kleines frommes Nachwort mit für sich verbraucht, Alles unter seinem eigenen Namen. Den aus der Measfim-Schule bekannten Itzig Satanow lernen wir in zwei Fällen kennen, wie er von seinem Geistreichtum einen unehrlichen Gebrauch macht. Im Jahre 1794 veröffentlichte Satanow eine neue Psalm-Ausgabe mit dem Commentar des Raschbam aus einer Handschrift in der Königlichen Bibliothek, wie es auf dem Titelblatt heisst. Aber auf dem letzten Blatte, am Schlüsse des Buches bemerkt er, dass die Handschrift sehr