Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 343)
- Language
- German
- Belongs to
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339 dem Fährmann am Orkus vorgeschwebt, verstand es aber, ihn jüdisch umzuformen, indem er schreibt, dass er sein Werk aus verschiedenen Büchern zusammentrage und es מעבר יבק benenne. להקריבם ולהקטירם באהבה ובמורא לפני כל העדה הקדושה למען בתוך עלמות חופפות יעברו דרך גשר רעוע מעולם התמורה והכליון אשר עוותו המצב השמיימי להתקשר במעדנות היחוד והברכה והקדושה ובזה תעבור המנחה על פנינו ונעבור את מעבר יבק להאבק בד' איש מלחמה עד עלות השחר שהוא התחיה u. s. w. בי אז לא יעקב יאמר עוד לנשמתנו ולנופנו רק ישראל Machen wir nun einen kühnen Sprung und wir gelangen vom Erhabenen zum Lächerlichen, zu einem Büchertitel, der שוחטי הילדים heisst, zum Glück den unwissenden Antisemiten bisher unbekannt geblieben ist, die gewiss darin eine Anleitung zum ritualen Kindermord gewittert hätten. Der Verfasser ist kein Geringerer, als der gottbegnadete Dichter Israel Nagara, der Ihnen mindestens durch den herrlichen Gesang am Freitagabend יה רבון עלם ועלמיא bekannt ist. Er verwendete, oder lieber verschwendete seine dichterische Kraft für die Schechitaregeln, die er in poetischer Form so fasslich dargestellt hat, dass er sie selbst für Kinder zu erlernen leicht hielt, damit auch ein Kind hiernach die Schechita ausüben könnte, daher der Titel שוחטי הילדים. Ein anderer Büchertitel ist gerade unter den Christen so bekannt geworden, dass er in ihren Kreisen und Citaten bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt worden ist. Prophiat Duran richtet eine Epistel voller Satyre und beissender Ironie an seinen ehemaligen Freund, den Convertiten Bonet Bon Giorno als Antwort auf dessen Schreiben, in welchem dieser, uneingedenk der mit Ephodi verabredeten Auswanderung nach Palästina, demselben sein Verharren im neu angenommenen Glauben mitteilt. Diese berühmte Epistel, mit dem steten Refrain: אל תהי כאבותיך, ist in solch täuschender Zweideutigkeit gehalten, dass Christen sie unter dem Titel: Alte ca Bote ca, corrumpiert aus אל תהי כאבותיך, zu ihren Gunsten deuteten. In der Tat aber liefert sie im Gewände der feinsten Ironie die schärfste Polemik gegen antijüdische Dogmen. Sie wurde später auch aus Avignon an den Oberrabbiner und Leibarzt des Königs von Castilien, Don Meir Alguadez, gesandt und verbreitete sich schnell unter den Juden Spaniens. Dies und der Umstand, dass sie bald darauf von Joseph ibn