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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1904-01-01 · II. 1904 - 5665 (1904) · page 302

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
II. 1904 - 5665 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 302)
Language
German
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298 zuviel gezahlten Betrag zurückerhalten. Von Anfang Mai an sollte jeder wöchentlich ein genaues Verzeichnis der ,Geschäfte, die er in dieser Woche abgeschlossen, ebenso seines wöchentlichen Verdienstes abgeben. Seine Angaben sollten dann in ein ihm einzuhändigendes Buch eingetragen und von dem Kassierer unterzeichnet werden. Am Schlüsse des Jahres sollte dann eine Abrechnung stattfinden. Wer 8 Tage nach Abschluss eines Kaufes die Rechnung nicht vorlegt, soll beim ersten Male ein Strafgeld in der Höhe der zehnfachen Steuer von diesem Kaufe, im Wiederholungsfälle in der Höhe der Kaufsumme bezahlen, käme es zum dritten Male vor, gehe er seines ganzen Vermögens und seines Inkolatsrechtes verlustig. Die Kaiserin bestätigte diese Einrichtungen, die schon vor der Judenausweisung hier üblich wraren und auch in den meisten jüdischen Gemeinden bestehen. Am 15. Adar machte der Gemeindeschreiber den Erlass der Repräsentation bekannt, dass für jeden 24 jährigen, ledigen Sohn ein Schutzgeld von 14 fl. jährlich zu entrichten sei, abgesehen von dem Schutzgelde seiner Eltern. Wer später heirate, ohne dies Schutzgeld entrichtet zu haben, könne das Inkolatsrecht nicht erwerben. In der Nacht von Freitag auf Samstag, den 26. Jjar1), brach eine Stunde vor Mitternacht im Hause eines Christen bei der Kirche gegenüber der Altschul, das an die Judenstadt grenzte, ebenso in einem Hause der Zigeunergasse und in einem Hause neben der Grossenhofsynagoge Feuer aus. Das Feuer verzehrte die Zigeunersynagoge und die anliegenden Häuser. Von der Zigeunersynagoge blieb nur die Wölbung erhalten; der Dachstuhl, die Betpulte mit den darin befindlichen Büchern, die heiligen Thorarollen, kurz, alles ward Raub der Flammen, selbst die kupfernen Leuchter schmolzen. Auch die Neuschul verbrannte. Der Brand verbreitete sich bald über die ganze Judenstadt. Auch in die Altstadt sprang das Feuer über, die ganze Langegasse bis zur Jakobskirche, dem Kloster und den Fleischbänken stand in Flammen. Die Juden waren über das plötzlich auf mehreren Stellen zugleich ausgebrochene Feuer so erschreckt, J) 17/18. Mai.

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