Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 296)
- Language
- German
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292 strafe verboten sei. Die Gemeindevorsteher verwendeten sich für diejenigen Armen, die entweder kleine Kinder hatten oder selbst alt oder krank waren, um ihnen eine Erweiterung der Zahlungsfrist bis zum Sommer zu erwirken. Daraufhin wurde ein genaues Verzeichnis der Betrotfenen mit genauer Angabe ihres Alters und Familienstandes abverlangt. Am 16. Tewes ג) verlas hierauf der Gemeindeschreiber einen Erlass, wonach die namentlich aufgeführten 13 Juden, die keine kleinen Kinder hatten, bis zum künftigen Sabbath, d. i. der 21. Tewes1 2), ihre Schulden bei Heller und Pfennig zu bezahlen hatten, widrigenfalls sich niemand mehr für sie verwenden dürfe. Sie würden dann dem Obersten des Invalidenhauses übergeben, dieser sollte sie wieder den nächst stationierten Invaliden übergeben und so weiter, bis sie ausser Landes geschafft wären. Die übrigen 77, die teils alt oder krank sind, teils kleine Kinder haben, sollen zur Zahlung ihrer Schulden ebenfalls bis zum 21. Tewes Zeit haben. Wenn sie bis zu diesem Termin ihren Rückstand nicht beglichen hätten, so würden sie wohl ihres Inkolats verlustig gehen, dürften aber den Winter über in Prag bleiben. Anfangs Mai sollten sie dann in derselben Weise wie die oben erwähnten 13 durch Invaliden ausser Landes geschafft werden. Die Gemeindevorsteher hätten am Sonntag Bericht zu erstatten, wer von den Schuldnern seiner Pflicht nachgekommen wäre, damit dann das Weitere veranlasst werden könne. Der Fürsprache der Gemeindevorsteher gelang es aber durchzusetzen, dass nicht ein Einziger des Landes verwiesen wurde oder auch nur Prag verlassen musste. Im Jahre 5509 war der hervorragendste Rabbiner seiner Zeit der Gaon R. Jonathan Eibenschütz, der bis dahin Rabbiner in Metz war, zum Rabbiner der drei Gemeinden Altona, Hamburg, Wandsbeck berufen worden. Es entspann sich bald ein heftiger Streit über angeblich von Eibenschütz geschriebene Amulette, die ihren Verfasser als Anhänger des Sabbatai Zewi erscheinen Hessen. Die hauptsächlichsten Gegner waren R. Jacob Emden, der Rabbiner von Emden3), der Frankfurter Rabbiner R. Josua und 1j 3• Januar 1752. 2) 8. Januar. 3) Jakob Emden war bekanntlich zu dieser Zeit nicht mehr Rabbiner in Emden, sondern Privatmann in Altona.