Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 245)
- Language
- German
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Ein alter Frankfurter Wohltätigkeitsverein. Ton Prof. Dr. A. Sulzbach in Frankfurt a. M. Einleitung. Mein* als die Gemeindestatuten lehren uns die Satzungen der einzelnen Vereine innerhalb der Gemeinden das innere Leben der alten jüdischen Gemeinden kennen. Ohne einem anderen Zwange als dem moralischen zu gehörchen, bildeten sich innerhalb der Gemeinden freiwillige Vereinigungen, welche der Förderung von עבודה ,תירה und נבילות הסד dienten, je eine dieser drei Pflichten vorwiegend anstrebend, aber keine derselben ganz ausser acht lassend; die meisten dieser Vereine fassten allerdings die Pflicht der Ausübung der Nächstenliebe, die Pflege humanitärer Bestrebungen, als ihr nächstes und höchstes Ziel ins Auge, da für eigentlichen Unterricht und Gottesdienst in erster Linie die Gemeinde zu sorgen hatte, die Sorge aber für Arme und Kranke den Privatvereinigungen mit überlassen bleiben musste, weil die Gemeindeumlagen, die zum grossen Teil für Abgaben an die Kegierungen und ausserordentliche und dringende Fälle gespart werden mussten, nicht so viel einbrachten, dass für die sozialen Zwecke ausreichend gesorgt werden konnte. Hier liegen vor mir die Statuten eines wohltätigen Vereins in Frankfurt a. M., die vom Jahre 1786 datieren, der aber heute noch segensreich wirkt. Die Geschichte dieses Vereins, soweit wir sie uns aus den vorhandenen Satzungen und Protokollen construieren können, ist nach verschiedenen Richtungen hin interessant und belehrend. Sie zeigt uns, in welch umsichtiger Weise unsere Vorfahren in ihren Gemeinden den Notleidenden geholfen, wie sie vorsorgend 16