Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1904-01-01 · II. 1904 - 5665 (1904) · page 236

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
II. 1904 - 5665 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 236)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3486266-3486269--0569-3486929
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

232 räischen Sprache sich gestaltet1), citiert vielfach das Arabische zur Vergleichung mit dem Hebräischen. Freilich lassen sich bis auf ganz geringe Ausnahmen die von Tanhüm vorgebrachten Analogieen auf frühere Autoren, besonders Ibn Ganäh zurückführen Eine, vielleicht von ihm selbst herriihrende Vergleichung ist: Dan. 1,10 כגילכם ist zu erklären durch das arabische גיל Zeit, Alter; gemeint sind also ״die Kinder, die in euerem Alter sind“. Am Ende des XIII. Jahrhunderts sehen wir in Italien einen Exegeten spanischer Herkunft, den in Rom wirkenden Ser ah ja ben Sch’altiel aus Barcelona. Derselbe, durchdrungen von dem wissenschaftlichen Geist der Früheren, betont die Notwendigkeit der Vergleichung des Hebräischen mit dem Arabischen aus dem Grunde, weil der Sprachschatz des Hebräischen ein so beschränkter ist, dass wir des Hilfsmittels der reichen Schwester׳ spräche nicht entraten können; es liege hierin nichts für uns Erniedrigendes, zumal das Arabische der heiligen Sprache vollständig gleich steht. In den uns erhaltenen Commentarien zu den Spritchen und zu Hiob2) macht Serahja ausgiebigen Gebrauch vom Arabischen; seine Analogieen, die auch das Gebiet der Grammatik berühren, sind vielfach originell. Da sie manches Interessante bieten, seien sie hier teilweise, nach der Anordnung der Bibelverse, geboten: Spr. 15,18. Der Sinn von יגרה מדון ist: er zieht nach sich Streit, indem an das arabische ״ גריeiner Sache nachgehen“ zu denken ist. — Ibid. 16,25 ist כי אכף עליו פיהו zu er- *) Von demselben, der sich wohl auf alle 24 Bücher erstreckte, sind bis jetzt erschienen: Commentar zu Josua, ed. Haarbrücker, Berlin 1861, zum Buch der Richter von Schnurrer, Tübingen 1792, und Haar׳ brücker, Halle 1843, Excerpte aus den Büchern Samuel und Könige von demselben, Halle 1844, Jona von Kokowzoff, St. Petersburg 1897, Klagelieder von Cureton, London 1845, Habakuk von Munk, Paris 1843, Teile aus Kohelet I—VI von mir, Berlin 1888, und ein Fragment zu Psalm 16, 17, 18, 22, 27—29 von mir in Stades ZAW Jahrgang 1903. Vergleiche über Tan׳ hum noch Goldziher: Studien über T. J. Berlin 1870, Kokowzoffs Edition von Jona (russ.) und Poznanskis Abhandlung über diese Edition in RdEJ Jahrgang 1900. Ueber Tanhums Murschid handelt Bacher im Programm der Landesrabbinerschule Budapest 1903, vgl. meine ausführliche Anzeige in Monatsschrift 1904 p. 178 fgg. D Den Commentar zu Mischle edierte I. Schwarz u. d. T. אמרי רעה, Wien 1871, den zu Hiob derselbe in dem Sammelwerk über dieses Buch u. d. T. תקות אג׳ש, Berlin 1868.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.