Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 232)
- Language
- German
- Belongs to
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228 die Kenntnis ihres eigenen Schrifttums nutzbar zu machen1). In dieser Schrift finden sich manche schätzenswerte Vergleichungen von hebräischen und arabischen Redewendungen, aus denen ich hier einiges mitteile: Die Redewendung Hiob 19, 22 ומבשרי לא ״ תשבעוihr könnt von meinem Fleisch euch nicht sättigen״ bedeutet: ihr könnt euch nicht genug tun daran, mich zu verleumden, so wie man im Arabischen von dem Verleumder sagt: ״ אכל לחם אכיהer isst das Fleisch seines Bruders“. — Der Satz in Hiob 31, 26: ״ אם אראה אור כי יהל וירה יקר הלךob ich sehe das Licht leuchten und den köstlichen Mond einhergehen״ muss, dem Sinn der vorhergehenden Verse gemäss, auf Gold und Silber bezogen werden, wegen des leuchtenden Glanzes, der Sonne und Gold gemeinsam ist, und des Silberglanzes des Mondes. So sagte ein Gelehrter in seinem Testament zu seinem Sohne: לא תעבד אלשסם ואלקמר: Diene nicht der Sonne und dem Monde, womit er meinte: sei kein Sklave des Goldes und des Silbers. Mose ben Esra wird von seinem bis zum Jahre 1167 wirkenden Verwandten Abraham ibn Esra als letzter der Altmeister der hebräischen Sprachwissenschaft (זקני לשון הקדש) aufgezählt. Mitihmschliessen wir die Reihe der bedeutenderen, in arabischer Sprache schreibenden Autoren in Europa und wenden uns zu den die Ergebnisse der Früheren in hebräischer Sprache als Gemeingut den Juden der nichtarabischen Länder darbietenden Exegeten, unter denen wir als einen der ersten den eben genannten Abraham ibn Esra zu betrachten haben. Seine Commentare zur Bibel bieten eine Fülle von Vergleichungen mit dem Arabischen, das er aus eigener Kenntnis noch gut beherrschte und dessen Literatur ihm wohl vertraut war. Jedoch meint er, dass man nur im Notfälle auf diese Schwestersprache des Hebräischen zurück greifen dürfe. Mit sehr geringen Ausnahmen allerdings 1j Bis jetzt sind nur einige Kapitel im arabischen Original veröffentlicht von Kokowzoff, St. Petersburg 1895. Ausführlich handelt über dieses Werk Schreiner in seiner Schrift: Le Kitäb abMouhädara w’abMoudhakkara de Moise b. Esra et ses sources (S ׳A. aus RdE) XXII). Ein kleiner Teil daraus findet sich in hebräischer Bearbeitung unter dem Titel אשכל הכפר in dem von Filipowski herausgegebenen ׳ יוחסין השלםD des Abraham Zacuto.