Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 226)
- Language
- German
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222 er seine Meisterschaft zunächst in verschiedenen Ergänzungs- Schriften zu Juda Hajüg’s grammatischen Werben bewiesen, ging er an die Ausarbeitung einer die tiefer liegenden Probleme der hebräischen Grammatik, speciell der Syntax, behandelnden Schrift unter dem Titel Kitäb al-Luma, hebräisch ״ ם' ההקניהBuch der bunten Beete,“ und Kitäb al-Ussül, hebräisch ״ ס' השרשיםWurzel- Wörterbuch“ * 1). Tn diesen Werken ist eine überaus reiche Fundgrübe für die Sprachvergleichung niedergelegt, die auch dem heutigen Stand der Sprachwissenschaft gemäss lohnende Ausbeute gewährt, worauf bereits Gesonius hingewiesen hat. Aus der grossen Fülle des Materials seien folgende Vergleiche hervorgehoben: אפדם Jesaja 19,3 ist gleich arabischem ״ אטיטdas Knarren eines neuen Sattels und dgl., auch das Brummen des Kamels“, damit werden nun dort die Wahrsager bezeichnet wegen ihrer leisen, murmelnden Stimme, die sie als die der Toten ausgeben. — מבלקה Nahum 2,10 hat die Bedeutung des gleichnamigen arabischen Wortes, das eigentlich den Sinn von ״verschliessen“ hat, und darum auch von ״wüst, unbebaut,“ da das Land dadurch der Ansiedelung verschlossen ist. — השרת מים II. Sam 22,12 ist zu erklären durch das arabische gleichlautende Wort, das ״Ver- Sammlung“ bedeutet; es heisst also hier: das Zusammenflüssen von Wasser. — In Psalm 81,4 undSpr. 7,10 hat כסא den Sinn von ״Ende“. Demnach ist es an ersterer Stelle zu erklären: lasset die Posaune ertönen am Schlüsse des Festes, nach Darbringung der Opfer; an der zweiten Stelle ist gemeint: am Ende des Monats kommt mein Gatte zurück. — ממלה Ex. 30,35 ist nach dem Arabischen zu erklären: geschmückt, verschönert. — InEcha 5,6 bedeutet נתנו יד, ebenso wie dieselbe Wendung im Arabischen, 1I Das Sefer Harikma ist herausgegeben von Goldberg, Frankfurt a. M. 1856, das arabische Original von Derenbourg und Bacher, Paris 1886. Das Wurzel Wörterbuch erschien im Original von Neubauer, Oxford 1875, die hebräische (Jebersetzung von Juda ibn Tibbon edierte Bacher im Aufträge des Vereins ״Nekize Nirdamim“ 1894 —97. Letzterem verdanken wir auch mehrere Monographieen über Ibn Ganäh, so: Etymologische Worterklärungen bei I G. in Stade’s ZAW 1884, die hebräisch-arabische Sprachvergleichung und die hebräisch-aramäische Sprachvergleichung des Ibn Ganah, Wien 1884—1885, Leben und Werke des I. G., Budapest 1885, Aus der Schrifterklärung des I. G., Leipzig 1889.