Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 225)
- Language
- German
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Abu’l-Farag Harun in Jerusalem, der in einem Werk ,Muschtamil,‘1 d. i. der ״Umfassende“, das hauptsächlich grammatische Gegenstände behandelt, z. Z. aber nur durch sehr geringe auszügliche Mitteilungen bekannt ist1), auch lexicalische Vergleichungen von nicht zu unterschätzendem Wert bietet. Der andere Vertreter der Sprachvergleichung ist der durch seine Vorurteilslosigkeit in wissenschaftlichen Dingen überhaupt bekannte letzte Gaon R. Hai. Sein leider nur lückenhaft erhaltenes Wörterbuch Al-Häwi, hebräisch ס' המאסף oder ס' הבולל genannt, das nach der Methode der Buchstabentransposition innerhalb einer derselben Wurzel geordnet ist, die auch der oben genannte Abu’l Farag Harun in den lexicalischen Teilen seiner Schrift anwandte, enthält viele Vergleichungen des Hebräischen mit dem Arabischen, von denen ich einige bereits gelegentlich veröffentlichte2). Aus dem mir s. Z. durch die Zuvorkommenheit des Herrn Staatsrats von Harkavy in St. Petersburg zugänglich gemachten Material bieteich hier folgendes: אזנך Deut. 23,14 bedeutet ״deine Waffe“ wie auch im Arabischen אזן — Tn I Kön. 1,14 bedeutet ומלאתי את דבריך nicht blos ״ich werde deine Worte vollenden“, sondern auch ״dir bei deiner Rede helfen“, ebenso wie auch כי מלאו אחריה Nu. 32,12 den Sinn von ״helfen“ hat, d. h. sie halfen um den Gehorsam gegen Gott zu erwirken, da die Wurzel מלא im Arabischen, besonders in der III. Form, die Bedeutung ,,helfen“ hat. — הבול חבלנו לך in Nell. 1,7 bedeutet ״wir haben gegen dich gefrevelt“, da dasselbe Wort im Arabischen auch ״schädlich, sündhaft handeln“ bezeichnet. Die Leistungen Hais standen in grossem Ansehen bei den die höchste Stufe der Sprachwissenschaft bezeichnenden Autoren Spaniens, die nun fast ausschliesslich unser Interesse beanspruchen. Die Reihe dieser gefeierten Meister eröffnet Abulwalid Merwan (R. Jona)ibn Ganäh, welch letzterer Name auch durch das gleichbedeutende בעל הכנסים wiedergegeben wird. Nachdem 1) Vgl. über ihn Bacher in RdEJ XXX p. 240 fgg. und Poznanski ibid. XXXII p. 24—39 und 197-219. 2) Vgl. meine Studie: Ishäk ibn Barün et ses comparaisons de l’hebreu avec l’arabe, Paris 1901, p. 13—14, auch RdEJ 1900/01 und Monatsschritt XLIV p. 489.