Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 224)
- Language
- German
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einnehmenden Grammatiker und Lexicographen Menahem b. S’rukl) die Vergleichung des Hebräischen mit dem Arabischen als etwas durchaus Notwendiges hervorhob und bei Gelegenheit eines Beispieles 178 Wurzeln anführt, die in beiden Sprachen übereinstimmen, ohne jedoch die arabische Wurzel und ihre Bedeutung näher anzugeben. Auch in seiner Streitschrift gegen Saadia2) finden sich einige Vergleichungen, wobei jedoch der Autor betont, dass dieselben nur dann angewendet werden dürfen, wenn sich das Wort aus dem Hebräischen selbst nicht erklären lässt. Wir heben nun aus der reichen Fülle des von Dunasch Gebotenen Folgendes hervor: זכרני Gen. 80,20 ist zu erklären nach dem arabischen זבד Jemandem ein Geschenk geben“. — זחלתי Hiob 32,6 ist nach arabischem זחל zu erklären: ich entferne mich, trete zurück und fürchte mich. — יחתף Hiob 9,12 ist zu erklären durch Vergleich mit arabischem חתף Tod. — מטעני חרב Jes. 14,19 ist verwandt mit arabischem טען durchbohren. Denselben Sinn hat auch das Wort in טענו את בעירכם Gen. 45,17 ״treibet das Vieh mit dem Stachel an“. — ימין Ps. 144,8 und 11 ist das arabische gleichlautende Wort für Schwur. — ילבט Hosea 4,14 ist das arabische ״ תלבטzu Fall kommen, im Verderben sich verstricken“. — לעז Ps. 114,1 ist das arabische gleichlautende Wort im Sinne von ״Ehebruch treiben“. — מהיר Ps. 45,2 bedeutet dasselbe wie arabisches ״ מאחרgeschickt, kundig“. — פצח, wie in פצחי Jes. 54,1, bedeutet, gleich arabischem ״ פצחlaut, vernehmlich sprechen“. — רפדוני Hoh. Lied 2,5 muss durch arabisches רפד erklärt werden ״jemandem etwas geben, ihn stützen“. — Während nun in Spanien, auf dem von Menahem b. S’ruk, Dunasch b. Labrat und des ersteren Schüler Jehuda Hajüg gelegten Grund sich aufbauend, die Sprachwissenschaft zur hohen Blüte gelangte, verliert Vorderasien, besonders Babylonien, wie am Glanz des Talmudstudiums, so auch an Bedeutung für die Sprachwissenschaft. Nur zwei bedeutendere Erscheinungen zeitigt das 11. Jahrhundert. Zunächst den von Mose ben Esra in seiner Poetik und Rhetorik ausdrücklich als Karäer bezeichneten 1) Herausgegeben von Filipowski, London 1855. 2) Ed. Schroeter, Breslau 1866.