Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- II. 1904 - 5665 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 218)
- Language
- German
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214 der Thora verständlicher zu sich sprechen lassen wollten, und so es zeigten, dass Engherzigkeit dem Judentum fern liegt ל und ein hoher w issen sch aftli eher Sinn dessen würdigste Vertreter bes eelte, die die Treue gegen das Bibelwort nicht hinderte, um das Sehnen nach besserem Erfassen desselben zu stillen, auf den Feldern des reichen Sprachgebietes von Ismaels Kindern Lese zu halten. So gestaltet sich die Geschichte der hebräisch-arabischen Sprachvergleichung bei den Juden des Mittelalters zu einem ruhmreichen Blatt in der Geschichte des jtidischen Geisteslebens. Der Darstellung dieser Tätigkeit soll nun folgende Abhandlung gewidmet sein, in der die Leistungen der einzelnen in Betracht kommenden Sprachgelehrten und Exegeten vorgeführt werden sollen, wobei uns hauptsächlich der Gesichtspunkt leitet, das für das Verständnis der einzelnen Bibelverse Wichtigste hervorzuheben. Ueberschauen wir zunächst das ganze in Betracht kommende Gebiet, so finden wir, dass zunächst überall da, wo irgend eine directe Beziehung zwischen Juden und Arabern bestand, erstere das Arabische zur Vergleichung heranzogen. So im Irak, der eigentlichen Wiege der jüdisch-arabischen Literatur, in Nordafrika und Spanien, wo diese gleichfalls zur hohen Blüte gelangte Aber auch da, wo von einem Vorherrschen des arabischen Geistes oder dem Vorkommen der arabischen Sprache gar nicht oder sehr wenig die Rede sein konnte, begegnen wir der Verwendung dieser Sprache seitens der Juden. So sehen wir, wie der im 13. Jahrhundert aus Barcelona nach Born eingewanderte Serahja ben Sch’altiel, an den Traditionen seines damals noch teilweise von der Nachblüte der jüdisch-arabischen Literatur zehrenden Vaterlandes festhaltend, den entgegengesetzten Einflüssen seines neuen Wohnortes gegenüber mit Vorliebe des Arabischen sich zu Zwecken der Vergleichung bediente. Wir finden ferner, dass von Südfrankreich aus, wo doch noch ein, wenn auch etwas loser Zusammenhang mit der Pyrenäenhalbinsei war, angeregt namentlich durch die Tätigkeit des bedeulenden Agadisten und Commentators R. Mose Hadarschan, die Berücksichtigung des für die bessere Kenntnis des Hebräischen so wichtigen arabischen Idioms auch nach Nordfrankreich herübergriff, so dass die dort blühende Exegetenschule auch